Die Fans finden Guildo Horn immer noch toll

Von: Hannes Schnitz
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Guildo Horn begeisterte trotz
Guildo Horn begeisterte trotz Nieselregens sein Publikum zum Auftakt des Stadtfestes.

Düren. Guildo Horn schwitzte, und das Publikum wurde nass. Nicht vom Schweiß des Schlagerbarden, sondern vom Nieselregen, der zur Begleiterscheinung des Auftaktes zum 34. Dürener Stadtfest wurde.

Den mehreren hundert Zuschauern machte es nichts aus. Sie lebten vorübergehend in einem anderen Kosmos, „unterwarfen” sich schon früh dem „Meister”, den sie mit schallenden Rufen forderten, der schließlich die Bühne betrat und seine Anhänger in „Guildos Welt”, der heilen Schlagerwelt, entführte. Noch bevor der erste Ton erklang, hatte Guildo Horn, der bekanntlich „alle liebt”, die verschworene Gemeinschaft vor der Barriere im Griff. Und als er dann seine Sangeskünste erschallen ließ, waren seine Fans entrückt und viel Zuschauer verzückt.

Der Auftritt des Paradiesvogels aus der Schlagerbranche hatte etwas. Ob man nun anfangs belustigt dem Bühnengeschehen zusah oder sich direkt einfangen ließ, über kurz oder lang konnte man sich dem „Galeristen der musikalischen Ohrwürmer” niemand entziehen. Sein Programm war ein Konglomerat aus nahezu fünf Jahrzehnten Gassenhauer, Liedern, Chansons, ein „musikalisches Ragout” der deutschen Schlagerhitparaden oder Schlagerrallyes vergangener Tage, aber auch angereichert mit der Würze neuer Mischungen aus der „Ist-Welt deutschen Liedgutes”.

Als besondere Zutaten erklangen die Cover-Versionen klassischer internationalen Hits aus anderen Stilrichtungen, die er teilweise mit anderen Texte „belegte” und damit seinen Hang zum sich selbst nicht ernst nehmenden Künstler unterstrich. Dazu passte Joan Jetts „I love RocknRoll”, das quasi mit seinem Text sein Motto ist „Ich find Schlager toll”. Das Publikum, tobte, wenn der Künstler mit einer gewissen Selbstironie sein Programm aus aufgepeppten Rennern spielte, Reminiszenzen an Kollegen, die über Jahrzehnte die Hitparaden bestimmten.

Harmonie

Ein Auftritt von Guildo Horn, bei dem ihn die hervorragenden „Orthopädischen Strümpfe” stützten. Auf die hatten große Teile des Publikums verzichtet und wegen des Wetters Wollstrümpfe angezogen.

Das wiederum brauchte man die nächsten Tage nicht. Wohlklang lag in der Luft. Die Kassen klingelten am verkaufsoffenen Sonntag, harmonische Klangfarben gab es beim Treffen zwischen Düren und seinen Partnerstädten, tolle Auftritte der verschiedenen Gruppen mit vielen Vorführungen, folkloristischen Einlagen und traditionellen Tänzen. Eine Harmonie der Sonderklasse spielte sich zwei Tage vor der Annakirche ab. Ein Stückchen weiter standen abends immer die, die schon immer da stehen. Jung und Alt fanden sich beim Small Talk auf dem Ahrweilerplatz zu den Klängen von „For Example ein”.

Nicht wegzudenken aus dem Stadtfestgeschehen sind auch das Kreismusikfest auf dem Rudolf-Schock-Platz oder vor dem Haus der Stadt die Kampfsportarten. Die Mundart- und Country-Freunde sowie Anhänger von Stil Collins kamen auf dem Wirteltorplatz zu ihrem Vergnügen, Schnäppchenjäger auf dem Gelände der Peschschule auf ihre Kosten. Vor dem Rathaus konnte man das Riesenrad bewundern - und mit ihm fahren.

Kinder tobten in Riesen-Luftballons übers Wasser, etwas Aufregendes für die Kleinen, oder hatten ihren Spaß bei althergebrachten Angeboten. Neue Bands machten auf den Bühnen auf sich aufmerksam.

Auch am Sonntag drängten sich die Menschen in die Innenstadt. Auf und vor den Bühnen wurde getanzt, gesungen und gelacht. Dürener Vereine und Institutionen stellten sich musikalisch vor oder sportlich. Oder informierten an ihren Ständen über die ganzjähriges Tund und Schaffen. Und bei ihnen ging es vielfach ernst zu, gehören doch Freud und Leid zum Leben. Folglich war es auch selbstverständlich, dass zum Beispiel die Hospizbewegung bei strahlendem Sonnenschein auf sich aufmerksam machte.
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