Düren - Die Eisklumpen im Herzen

Die Eisklumpen im Herzen

Von: Daniela Martinak
Letzte Aktualisierung:
Die Schauspieler des Detmolder
Die Schauspieler des Detmolder Landestheaters erzählten im Haus der Stadt in tollen Kostümen und mit beeindruckenden Kulissen die Geschichte der Schneekönigin. Foto: Martinak

Düren. „Wie still die Kinder doch sein können, wenn ihnen etwas gefällt”, fiel gleich mehreren Müttern in der Pause auf. Und wirklich: Außer wenigen kindlich-niedlichen Zwischenrufen hatten die Schauspieler im Haus der Stadt einfaches Spiel.

Mit beeindruckendem Kulissenwechsel, wunderschönen Kostümen und eindeutigem Talent, Kindern ein Märchen - in diesem Fall „Die Schneekönigin” - verständlich zu machen, erzählten die Darsteller des Landestheaters Detmold eine Geschichte, der selbst die Erwachsenen gespannt lauschten: Für die Nachbarskinder Kay (Mirko Trott) und Gerda (Melanie Tóth) gibt es nichts schöneres als zu spielen und zu träumen. Da wird Kay von den Splittern eines Zauberspiegels getroffen. Und er findet das Schöne nur noch hässlich.

Als die prächtige Kutsche mit der schönen Schneekönigin (Marie Suttner) vorbeifährt, hängt Kay sich an und wird entführt. Nun lebt er in einem kalten Traum in ihrem Palast. Als er im Frühling immer noch nicht zurück ist, beschließt Gerda, ihn zu suchen.

Auf ihrer Reise trifft sie auf eine gute Fee (Friederike Ziegler), kommt in ein königliches Schloss, wird von Räubern (Jörg Miethe, Ziegler, Suttner) verschleppt und erhält Hilfe von einer weisen Finnin (Ziegler). Nach langer Zeit findet Gerda schließlich das Schloss der Schneekönigin. Hier schleppt Kay, fast schwarzgefroren vor Kälte, die er wegen seines Eisklumpens im Herzen und des Kusses der Königin nicht spürt, Eisplatten herum und versucht vergeblich, das Wort „Ewigkeit” zu legen.

Die Königin hat versprochen, dass dieses Wort seine Freiheit ermöglicht. So findet ihn Gerda vor. Kay erkennt sie nicht einmal. Gerda weint, und die Tränen lassen sein Eisherz schmelzen und die Splitter verschwinden. Als sie schließlich zu Hause ankommen, sind sie erwachsen geworden.

Das Fazit der Geschichte blieb auch von den jüngsten Besuchern im Haus der Stadt nicht unerkannt. Sagten doch viele Kinder ihren Eltern beim Verlassen des Saals, den Satz auf, der wohl der Wichtigste des anderthalbstündigen Stückes war: „Es gibt keine größere Kraft als die Liebe und ein treues Herz.”
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