Düren - Die „Ehrlich-Brothers“: Donner, Blitz und Schneegestöber

Die „Ehrlich-Brothers“: Donner, Blitz und Schneegestöber

Von: Dietmar Engels
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Christian und Andreas Ehrlich versetzten die Zuschauer in der Kreisarena über zwei Stunden lang in Erstaunen - zum Beispiel mit dem Trick, bei dem sie eine Hand einmal ganz herumdrehen. Foto: Dietmar Engels
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Auch Birgit und Wilfried Cordewener nahmen das Herz aus verbogenen Eisenbahnschienen unter die Lupe. Foto: Dietmar Engels

Düren. Kann man mit bloßen Händen Eisenbahnschienen verbiegen? Natürlich nicht. Und doch: Die „Ehrlich Brothers“ können es scheinbar doch, wie bei ihren beiden Auftritten in der nahezu voll besetzten Arena deutlich wurde. Die spektakuläre Illusion ist aber nur einer der vielen Höhepunkte in der Show „Magie – Träume erleben“. Und bei jedem neuen Trick fragt man sich: Wie machen die das bloß?

Gleich zu Beginn fährt Christian Ehrlich (34 Jahre) mit einer 300 Kilo schweren Harley Davidson mit lautem Getöse scheinbar vom Bildschirm eines überdimensionalen Tablet-Rechners raus zu seinem Bruder Andreas (38) auf die Bühne. Wenig später durchdringt Chris mit seinem Körper eine große, massive Stahlplatte, deren Echtheit ein achtjähriger Junge mit einem Hammer ausgiebig geprüft hat.

Aber es sind nicht nur solche Großillusionen mit viel Getöse, die das Publikum in Erstaunen versetzen, sondern auch viele „kleine“ Zauberkunststücke, bei denen die beiden vielfach preisgekrönten Magier ganz ohne technisches Beiwerk auskommen. Sie drehen zum Beispiel ihre abgewinkelte linke Hand mit der rechten um 360 Grad, also einmal ganz rum. Und nur bei diesem Trick verraten sie den verblüfften Zuschauern mit einem Augenzwinkern, wie man das macht: „Mit Gewalt!“.

Bei der Sache mit den Eisenbahnschienen bebt die Arena zu (über-)lauter Rammstein-Klängen. Es blitzt und donnert, der Techniker am Lichtpult zieht alle Register seines Könnens.

Mit bloßen Händen

Mit bloßen Händen verbiegen die Ehrlich Brothers zwei etwa drei Meter lange Schienen so, dass die Bühnenmannschaft daraus mit vereinten Kräften ein Herz zusammensetzen kann – zu Ehren eines Ehepaars, das schon 50 Jahre verheiratet ist und den Trick auf zwei Stühlen unmittelbar vor Bühne „hautnah“ verfolgen kann. Nicht nur, dass die Echtheit der Schienen vor dem Verbiegen mit einer großen Flex demonstriert wurde; in der Show-Pause haben die begeisterten Zuschauer die Möglichkeit, das stählerne Liebessymbol gründlich zu untersuchen.

Christian und Andreas Ehrlich kommen sehr sympathisch herüber. Immer wieder beziehen sie Zuschauer in das Geschehen ein, plaudern mit ihnen, erweisen sich als humorvoll und sehr schlagfertig und bauen auch etwas Lokalkolorit in die Show ein. Offenbar wissend, dass für viele Dürener Aachen das ist, was für waschechte Kölner Düsseldorf ist, hacken sie mit einem „running gag“ des Öfteren auf einem Pkw-Besitzer herum, dessen Auto mit AC-Kennzeichen vor Beginn der Show einen Feuerwehrrettungsweg blockiert hatte. Andreas baut bei seiner Bauchrednernummer mit einem spaßigen Höckertier Dürens Bürgermeister Paul Larue ein – „von Kamel zu Kamel“.

In sieben Teile

Richtig spektakulär wird es noch einmal, wenn Chris scheinbar von einer Mordsapparatur in sieben Teile zersägt wird und spurlos verschwindet – um am Schluss der Nummer ganz hinten in der Halle quicklebendig wieder aufzutauchen. Im krassen Gegensatz dazu steht eine geradezu poetische Illusion, bei der aus einem Apfelsinenkern ein Orangenbäumchen wächst und auch noch Früchte bekommt. Das fertige (echte!) Bäumchen verschenken die Magier an ein kleines Mädchen aus dem Publikum, das die „Verwandlung“ direkt neben dem „Gewächshäuschen“ auf der Bühne betrachten durfte.

Nach vielen weiteren schier unglaublichen Tricks verabschieden sich Christian und Andreas Ehrlich mit einem romantischen Schneegestöber, wobei die Flocken aus ihren bloßen Händen zu kommen scheinen. Um es mit einem Wort zu sagen: Die über zweistündige Show ist bezaubernd – ehrlich.

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