Düren - Die Drehscheibe soll ein Hingucker werden

Die Drehscheibe soll ein Hingucker werden

Von: Jörg Abels
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Noch ist das Signal auf dem Wärterhäuschen (unten) gesperrt. Ehrenamtlicher Eisenbahn-Enthusiasten aber wollen die denkmalgeschützte Drehscheibe am Dürener Bahnhof restaurieren und wieder mit Leben erfüllen. Foto: Jörg Abels

Düren. Rangieren erlaubt? Noch zeigt das Signal „gesperrt“. Und dass der verrosteten und vom Zahn der Zeit gezeichneten Drehscheibe im Bahnhof Düren überhaupt noch einmal Leben eingehaucht werden könnte, erscheint dem unbedarften Reisenden zumindest auf den ersten Blick mehr als fraglich.

Und doch haben Josef Krott und Manfred Klein aus Jülich, Dieter Fücken und seine Mitstreiter vom Dürener Stadtmuseum genau das vor. „Die Drehscheibe soll wieder ein echter Hingucker werden“, kündigt Fücken an. Die Arbeitsgruppe hat sich dem Erhalt des 1874 mit dem Bahnhofsgebäude erbauten und seit 1989 denkmalgeschützten Zeugnisses deutscher Eisenbahngeschichte verschrieben und will im Bahnhof selbst vielleicht sogar ein „Mini-Museum“ einrichten.

Noch einige offene Fragen

In einem ersten Schritt wollen die Ehrenamtler mit dem Dürener Service Betrieb (DSB) das wild wuchernde Grün rund um die Drehscheibe entfernen. „Dann werden wir uns die Technik genauer ansehen“, kündigt Fücken an. Ziel sei es, die Drehscheibe in naher Zukunft zumindest manuell zu Vorführungszwecken wieder in Betrieb nehmen zu können.

Doch bis dahin müssen noch einige vertragliche und versicherungstechnische Fragen mit dem Eigentümer geklärt werden. Prinzipiell steht die Deutsche Bahn dem Vorhaben positiv gegenüber. Bezirksleiter Hubert Schmühl von der DB Netz AG kündigte bereits an, nach Beseitigung des Wildwuchses Gleisschotter rund um die Drehscheibe aufzubringen und die Holzbohlen in der Konstruktion zu erneuern.

Offen ist allerdings noch, ob und in welcher Form die Drehscheibe dem Stadtmuseum auch übertragen werden kann. Dabei könnte auch die Rurtalbahn noch ins Spiel kommen, versucht sie doch seit Jahren Teile des sogenannten Nordbahnhofs von der DB zu kaufen. Eventuell könnte das Areal der Drehscheibe tangiert sein, will Schmühl den Verkaufsgesprächen nicht vorgreifen.

Dass allerdings sollte das geringste Problem sein, sind Krott und Fücken nach Gesprächen mit den Verantwortlichen der Rurtalbahn überzeugt. Mehr noch. Da die Drehscheibe auch wieder ans Schienennetz angeschlossen werden soll, um vielleicht sogar einmal eine alte Dampflok auf ihr präsentieren zu können, hoffen die ehrenamtlichen Eisenbahn-Enthusiasten auch an dieser Stelle auf Unterstützung der Rurtalbahner.

Oder mit anderen Worten: Wenn überhaupt einer die benötigten Gleise anlegen könnte, dann nur das ortsansässige Unternehmen. Das Budget der Deutschen Bahn sei begrenzt, ließ Schmühl durchblicken. Dass die zur Drehscheibe führenden früheren Gleise 17, 18 und 19 nach Stillegung der Strecken Düren-Euskirchen und Düren-Neuss im Sommer 2000 unerlaubt entfernt wurden, erwähnt Dürens Denkmalpflegerin Heike Kussinger-Stankovi in diesem Zusammenhang nur am Rande.

Sie wird die Erhaltungsmaßnahmen an der Drehscheibe und am Wärterhäuschen mit einem wachen Auge begleiten. Erster Knackpunkt könnte die Errichtung eines 1,50 Meter hohen Zaunes um die Anlage sein, der Vandalen nach einer Instandsetzung abhalten soll. Ein Ortstermin im April, bei dem auch die nächsten Schritte zeitlich abgestimmt werden, soll Aufschluss über die Machbarkeit bringen.

Wie hoch die Kosten der Restaurierung sind, wissen Krott, Fücken & Co noch nicht. Sie hoffen aber, dass sich Stiftungen beteiligen und sind für zweckgebundene Spenden dankbar. Und Fücken verspricht: „Wir wollen uns mit dem Trägerverein Stadtmuseum Düren auch für den dauerhaften Erhalt der Drehscheibe einsetzen.“

Wann das Signal auf dem Dach des Drehscheibenwärterhäuschens zum ersten Mal wieder „Rangieren erlaubt“ zeigen wird, steht noch in den Sternen. „Wir wollen niemanden unter Druck setzen“, erklärt Fücken. Im April/Mai aber soll es mit den Grünarbeiten losgehen.

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