Die Deponie Horm wächst in die Höhe

Von: Sarah Maria Berners
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Schwere Laster werden auf künfitg die Deponie Horm ansteuern: Auf dem bestehenden Gelände werden Schutt und andere Materialen künftig zu einem Hügel aufgeschüttet. Fotos/Animationen: smb, Fehr, Kreis Düren
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Schwere Laster werden auf künfitg die Deponie Horm ansteuern: Auf dem bestehenden Gelände werden Schutt und andere Materialen künftig zu einem Hügel aufgeschüttet. Fotos/Animationen: smb, Fehr, Kreis Düren

Horm. Der Kreis Düren plant die Erweiterung der Deponie Horm. Allerdings wird die Halde im Wesentlichen nicht in die Breite, sondern in die Höhe wachsen. Deponie auf Deponie nennen das die Fachleute. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bei der Bezirksregierung Köln als zuständiger Genehmigungsbehörde gestellt.

„Die Deponie Horm wurde Anfang der 1970er Jahre in einem ehemaligen Erztagebau errichtet“, erklärt Hans-Martin Steins, Kreisdezernent und Geschäftsführer der Dürener Deponiegesellschaft, rückblickend. Dort wurde Hausmüll gelagert. Als zu Beginn des neuen Jahrtausends die Müllverbrennungsanlagen an Fahrt aufnahmen, wurde der Müll nicht mehr in die Deponie, sondern in die Verbrennugsanlage nach Weisweiler gebracht. „Seit 2005 wird in Horm nur noch sogenannter Inertabfall deponiert“, sagt Steins. Zu dieser Art von Abfall der Deponieklasse I zählen zum Beispiel Sand und Bauschutt. Und eigentlich waren die Tage der Deponie schon einmal gezählt.

„Landauf landab hat man aber nun festgestellt, dass noch immer Deponien gebraucht werden. Nicht jedes Material kann recyclet oder verbrannt werden“, sagt Hans-Martin Steins. Das Land hat Unterlagen des Kreises zufolge bereits einen Mangel des Deponievolumens für die Deponieklasse I im Regierungsbezirk Köln vorhergesagt.

Weil es sinnvoller sei, eine Deponie auf der Deponie zu erreichten, als auf der grünen Wiese neu anzufangen, habe der Kreis entschieden, die Deponie am Rande der Eifel zu erweitern. Sinnvoller erschien dies aus mehreren Gründen, die über die Umweltverträglichkeit hinausgehen: Die Infrastruktur, inklusive der notwendigen Einrichtungen zur Gewährleistung des Umweltschutzes, sei bereits vorhanden. Auch das Netz an Überwachungseinrichungen zur Untersuchung des Grundwassers und von Gasen zum Beispiel sei bereits angelegt.

Hinzu komme, dass auch eine stillgelegte Deponie Kosten verursache. „Wasser muss weiterhin abgepumpt und Gase müssen abgesaugt werden“, erklärt Steins. Diese sogenannten Nachsorgekosten müssten die Gebührenzahler tragen. Dass die Deponie nun erweitert wird, wirke sich also positiv auf die Bürger im Kreis aus, da diese Kosten über den Weiterbetrieb refinanziert werden könnten. Auch die Investitionskosten, die der Kreis noch nicht beziffern möchte, würden sich refinanzieren.

3,7 Millionen Kubikmeter

Denn bevor die Deponie auf der Deponie errichtet werden kann, muss die alte Deponie abgedichtet und geschlossen werden. „Darauf entsteht dann ein neuer Deponiekörper“, erklärt Steins. Im Laufe der nächsten 18 bis 22 Jahre wird dann auf der alten Deponie eine Kuppe entstehen. „Diese wird sich aber gut in das Gelände einfügen“, betont Steins. Nach dem bisherigen Stand der Planungen können noch einmal 3,7 Millionen Kubikmeter Abfall eingelagert werden.

Für die Anwohner soll sich unterdessen nichts zum Negativen verändern, sagt Steins. Sie würden nicht über das bisherige Maß hinaus belastet.

Um die Bewohner von Horm vor einer möglichen Schallausbreitung zu schützen, soll mit fortschreitender Einlagerung ein immissionsreduzierender Abschirmwall aufgebaut werden, der Stück für Stück erhöht wird. Der Wall soll mit immergrünen Gehölzen bepflanzt werden, so dass er auch einen Sichtschutz darstellt.

Aus Unterlagen des Kreises geht allerdings hervor, dass der Abschirmwall zum Ende des Verfüllungsprozesses nicht mehr wirkungsvoll sein wird. „Daher wird die Einbauzeit der Raupen und Radlader in den Konfliktbereichen so begrenzt, dass die zulässigen Lärmimissionswerte eingehalten werden“, heißt es in den Unterlagen weiter. Einer möglichen Staubentwicklung in Trockenphasen kann laut Kreisverwaltung mit einer Befeuchtung entgegengewirkt werden.

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