Die bunte Vielfalt des geistlichen Lebens

Von: Anne Koizlik
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Blick in das Auditorium beim „Tag der offenen Klöster” im Marienkloster in Niederau, der Ordensleute und Laien verband. Foto: Koizlik

Niederau. Es war ein Tag, der Spuren hinterließ: Acht Dürener Orden schlossen sich zusammen, um sich beim „Tag der offenen Klöster” gemeinsam im gastlichen Marienkloster in Niederau zu präsentieren. Dabei ging es um ein eindringliches Zeugnis vor der Welt, um Antworten aus dem Glauben und die Verwirklichung der Nachfolge Jesu.

Etwa 50 Teilnehmer, Ordensleute und Laien, fanden sich am Morgen in der Kapelle des Hauses zur Eucharistiefeier ein. Superior Pater Alfons Kuster, Zelebrant und Prediger, sprach mit Blick auf die Orden von der „bunten Vielfalt des geistlichen Lebens”. Es gehe darum, gemeinsam ein prophetisches Zeichen der Gegenwart Gottes zu setzen. Es erfordere Mut, sich Gott zu überlassen. Sendung sei immer ein Risiko, so der Prediger.

Alternatives Leben

Im Mariensaal des Hauses fand danach die Vorstellung der Ordensgemeinschaften statt. Sie wurde zur eindringlichen Darstellung eines alternativen Lebens und zum Zeugnis einer Lebenskultur aus dem Glauben: Die Armen Schwestern vom heiligen Franziskus unterhalten zwei Niederlassungen in Düren: eine in der Tivolistraße und eine in Arnoldsweiler. Die Gemeinschaft wurde 1845 von Franziska Schervier gegründet, die von der damaligen Bevölkerung als „Mutter der Armen” bezeichnet wurde.

Heute leben die Franziskanerinnen von Salzkotten im Birkesdorfer Krankenhaus nur noch zu zweit. Der Orden wurde 1860 gegründet, feiert also in Kürze das 150jährige. Die Gemeinschaft „schrumpft”, doch dies sei kein Grund zur Hoffnungslosigkeit: In jedem Jahr gebe es ein bis zwei Kandidatinnen.

Die Borromäerinnen wohnen zu viert im Kinderheim St. Josef. Die Kongregation, die überwiegend in der Erziehungsarbeit tätig ist, ist im Bistum Aachen nur in Düren vertreten.

Die Cellitinnen zur heiligen Gertrud wurden 1521 in Düren gegründet und sind damit der älteste Orden in der Kreisstadt. Heute engagieren sie sich im Kindergarten und im Altenheim. Das Altenheim in der Kölnstraße unterhalten die Cellitinnen nach der Regel des heiligen Augustinus. Der Karmel an der Kölner Landstraße hatte an diesem Tag ein eigenes geistliches Programm.

Die Eucharistiner, die zu viert im Kloster an der Kölnstraße leben, wurden 1856 von Pierre-Julien Eymard gegründet. Es ist der einzige Männer-Orden in der Stadt Düren. Der Gründer war überzeugt davon, das ein Leben aus der Eucharistie mit dem Dienst am Menschen verbunden sein müsse.

Die Ursulinen wurden 1535 in Italien gegründet und kamen 1681 nach Düren. Im Jahre 2001 verließen sie ihre Angela-Schule. Heute leben sie einzeln in Mietwohnungen in der Stadt. Dies entspreche in besonderer Weise der ursprünglichen Spiritualität der Ordensgründerin Angela Merici. Der Orden des heiligen Kamillus war ebenso vertreten. Fünf Angehörige dieser Gemeinschaft leben im Haus St. Anna: drei indische Schwestern und zwei deutsche. Sie widmen sich der Altenpflege.

Der Tag entfaltete eine eigene Dynamik und kam einem Aufbruch zu alternativen Lebensformen gleich.
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