Die Bürgerinitiative widerspricht der Ratsmehrheit

Von: red
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Die Initiative „Pro Grundschule Bergstein“ bezog zur möglichen Schließung de Grundschule Bergstein Stellung. Foto: Archiv

Bergstein. Nachdem die Hürtgenwalder Ratsmehrheit sich vor dem Bürgerentscheid (12. bis 18. Juni) um den Grundschulteilstandort in Bergstein nochmals klar für die Schließung ausgesprochen hat, reagiert die Bürgerinitiative (BI) „Pro Grundschule Bergstein“ mit einer Stellungnahme. Darin widerspricht sie den Aussagen der Vertreter von SPD, CDU, FDP sowie einem sachkundigem Bürger.

Zur Lehrerversorgung, die nach Aussagen des sachkundingen Bürgers Ernst Latzke (Schulausschuss) bei drei Grundschulstandorten problematisch bliebe, da sich die Lehreranzahl nach der Schülerzahl und nicht den Standorten richtet, äußert die BI: „Richtig ist, dass sich die Anzahl der Lehrer nach Anzahl der Schüler einer Schule bemisst, nicht aber jedoch nach Anzahl der Klassen. Bei zwei zusätzlichen Klassen stehen somit aufgrund der Schülerzahlen nicht genügend Lehrer zur Verfügung.“ Die Äußerung von Siegfried Bergsch (FDP), dass Ausfälle in Bergstein zulasten des Hauptstandortes Vossenack gehen würden, sei laut BI eine „pauschale Vermutung“, die per Schulgesetz entkräftet werden könne und „bereits erfolgreich praktiziert werde“.

Weiter heißt es, die Fraktionen um Heinz Kaumanns (SPD) seien die pädagogischen Gründe „bis heute schuldig geblieben“.

Auch widerspricht die BI dem Argument, dass das Angebot der Offenen Ganztagsschule in Vossenack ein Vorteil für Bergsteiner Kinder sei, weil für diese keine der begrenzten Plätze vorgehalten werden könnten. Diese Forderung war Bestandteil der möglichen Kompromisslösung.

Die Sanierungs- und Brandschutzkosten in Höhe von rund 530 000 Euro, die die Gemeinde bei der Standortschließung einsparen könnte, zweifelt die BI weiter an. Und sie verweist darauf, dass es sich laut Gemeinde um Kann-Kosten handele und dass das Bergsteiner Gebäude die beste Bausubstanz aller drei Grundschulen habe. „Lediglich 15000 Euro“ Sanierungskosten seien 2015 angefallen.

Michael Jansen von der BI betont, dass die Politik die Kosten für die Instandsetzung der Vossenacker Schule zurückhalte. Laut Stellungnahme des Kämmerers vom 17. Oktober 2016 liegen diese zuzüglich Nebenkosten bei rund 880 000 Euro.

Als „eine glatte Lüge“ bezeichnete die BI die Vermutung, dass viele der Bergsteiner Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren würden. Ferner sei die Gemeindeverwaltung in der Pflicht, eine zumutbare Schulwegdauer nachzuweisen, die – wie es die BI getan hat – von der Haustür an gerechnet werde und sich nicht auf die reine Busfahrzeit von 20 Minuten beziehe. „Der Erhalt des Teilstandortes Bergstein wäre also auch juristisch einklagbar“, heißt es in der Stellungnahme, da ein zumutbarer Schulweg an die Genehmigung der Bezirksregierung gekoppelt gewesen sei, den Schulstandort Bergstein schließen zu dürfen.

Die BI schreibt zu einer möglichen Kompromisslösung, dass eine Laufzeit des Schulbetriebs in Bergstein über die Dauer von einem Jahr hinaus als maßgebendes Kriterium „nicht verhandelbar war“. Weiter: „Wenn die Fraktionen mitteilen, dass sie keinen Einfluss darauf haben, dass diese Faktoren (Anm. d. Red.: Lehrerversorgung) an einem gemeinsamen Standort besser werden, sind diese Argumente somit auch hinfällig.“

Erneut eine Lüge sei die Behauptung, dass sämtliche „Gute Schule 2020“-Gelder nach Bergstein hätten fließen sollen. Wörtlich: „Das ergibt sich alleine schon daraus, dass diese Mittel für die Sanierung und Ausstattung von Schulen vorgesehen sind, die es bei einem Kompromiss in Bergstein jedoch nur noch maximal für zwei bis drei Jahre gegeben hätte.“

Die BI verteilt ebenfalls Flyer. Für den 18. Juni lädt sie zu „Kaffee, Kuchen, Kreuzchen“ ins Forum Bergstein.

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