Die „Bremsklötz“ haben jeden Saal im Griff

Von: Jörg Abels
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Die „Rampensau“ der „Bremsklötz“: Stefan Nepomuck sucht immer wieder - wie hier in Embken – die Nähe zum Publikum. Foto: Jörg Abels
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Thomas Cremer setzt mit seiner Trompete so manchem Lied das i-Tüpfelchen auf. Foto: Jörg Abels

Birkesdorf. Stefan Nepomuck springt von der Bühne, schnappt sich einen Stuhl mitten im Publikum und singt aus voller Brust „Uns Kölle hat was zu bieten“. Spätestens mit dem Paveier-Hit hält es an diesem Abend beim Auftritt der „Bremsklötz“ kaum noch einen Sitzungsgast auf den Stühlen.

Weder in Elsdorf-Angelsdorf noch in Embken, Gey, Lendersdorf oder beim Finale zu später Stunde in Lucherberg. Bei den meisten aber springt der Funken schon über, wenn die Vier zur ACDC-Melodie „Thunderstruck“ „Bremsklötz“ skandierend auf die Bühne marschieren, den Saal anschließend mit „Pirate“ rocken und mit „Jo su sin mir Kölsche Jecke“ zum Schunkeln bringen. Die „Bremsklötz“ haben jeden Saal im Griff.

Am letzten Sitzungssamstag vor den tollen Tagen haben die Sänger aus Birkesdorf ein dicht gedrängtes Programm. Fünf Auftritte in fünfeinhalb Stunden und 120 Kilometer Fahrtstrecke liegen vor ihnen, als sich Musiker und Techniker gegen 18 Uhr in Birkesdorf treffen. Die Stimme von Thomas Cremer und Jörg Rogge ist nach einer langen Session mit bereits mehr als 50 Auftritten zwar ein wenig angeschlagen, doch davon werden die Gäste in den kommenden Stunden nichts merken. „Ich hab eben mit Salz gegurgelt“, verrät Thomas Cremer sein Hausmittelchen, Jörg Rogge trinkt im Bandbus noch rasch einen Tee.

Freitagabend war das anders. Da musste „Ersatz-Bremsklotz“ Simon Reuvekamp ran, der auch schon mal Stefan Nepomuck vertritt, wenn der bei allem Verständnis seiner Kollegen auf der Rettungsleitstelle des Kreises Düren in der Session beruflich verhindert ist. „Das ist aber kein Problem“, betont Stefan, mit 35 Jahren der Youngster der einstigen „Boygroup met Hätz“, die 1997 aus der großen „Grieläächer“-Familie hervorgegangen ist. Auch Reuvekamp ist Mitglied der Birkesdorfer KG, probt das ganze Jahr über mit den „Bremsklötz“, die gerne auf die Verstärkung zurückgreifen. Denn mit Voll-Playbacks auf die Bühne zu gehen, kommt für sie nicht in Frage.

Die mit Hilfe des „Echte-Fründe“-Keyboarders Stephan Heimbach arrangierte und zusammengestellte Musik kommt zwar vom Band, genauer gesagt aus dem I-Pad, aber gesungen wird immer live. Darauf legen die Vier großen wert. Und noch etwas ist ihnen wichtig. Sie singen zwar die Hits der Kölner Gruppen und haben mittlerweile mehr als 100 im Repertoire, ein eigenes Lied der „Bremsklötz“ aber darf bei keinem der gut 25-minütigen Auftritte fehlen. So viel Stolz muss sein. In dieser Session ist es wieder ein neues: „Dat deiht esu joot“. Es dauert auch in Embken und Gey kaum länger als eine Strophe und das Publikum singt auch diesen eingängigen Refrain sehr zu Freude der vier Jungs begeistert mit.

Überhaupt: Wenn Stefan Nepomuck die „Bremsklötz“ als „Gute-Laune-Gruppe“ charakterisiert, bei der der Spaß im Vordergrund steht, ist das nicht nur so daher gesagt. Die Vier bringen die gute Laune auch rüber – egal ob sie vor nicht mal einem Dutzend Mädels bei einem Junggesellinnen-Abschied oder vor 2000 Weibern in der Düren-Arena singen. Das ist auch an diesem Abend zwischen Angelsdorf und Gey nicht anders. Als erfahrener DJ ist Stefan Nepomuck auf der Bühne ebenso wenig um einen Spruch verlegen wie Thomas Cremer, dem seine Erfahrung als Sitzungspräsident und Büttenredner – im Übrigen mit dem vierten „Bremsklotz“ Detlef Schwalbach – zugutekommt.

Die Idee, nur mit selbst geschriebenen Liedern vielleicht auch den Durchbruch in Köln zu schaffen, haben die „Bremsklötz“ aber trotz eigener CDs zu den Akten gelegt. Sie fühlen sich in und um Düren herum pudelwohl. Das heißt freilich nicht, dass sie nicht auch anderswo auftreten. Dafür sorgen schon die Kölner Agentur Rheingala, mit der die „Bremsklötz“ seit einiger Zeit zusammenarbeiten, und die Mitgliedschaft im Kreis rheinischer Karnevalisten. So waren sie bereits in Willingen, Freitagabend rockten sie den Schaukelkeller in Uckerath. Und im April wartet die Kölsche Woche in Hintertux in Österreich auf die Birkesdorfer.

„Wir wissen, dass wir manchmal von anderen Bands belächelt werden, weil wir keine Instrumente spielen“, erzählt Thomas Cremer bei der Fahrt zwischen zwei Auftritten. „Aber da stehen wir drüber und kompensieren das mit Publikumsnähe. Das ist unsere Stärke“, betont Stefan Nepomuck. Und ganz stimmt der Vorwurf ja auch nicht. Wenn nämlich Detlef „Schwalle“ Schwalbach auch an diesem Abend als Zugabe die „Stääne“ am Himmel funkeln lässt oder die „Bremsklötz“ die Kölner Hymne „Du bes die Stadt“ anstimmen, darf ein Trompeten-Solo von Thomas Cremer nicht fehlen.

2015 wird die 1997 als „Boygroup gestartete Gruppe volljährig. Und den 18. Geburtstag wollen die „Bremsklötz“ mit speziellen Hof-Konzerten im Sommer in Kooperation mit befreundeten Gesellschaften ausgiebig feiern. Karnevalsfreitag steht jetzt aber erst einmal das schon traditionelle Konzert „Bremsklötz em Veedel“ in der seit Tagen ausverkauften Birkesdorfer Festhalle auf dem Programm. Neben den Auftritten bei den beiden K5-Damensitzungen in der Arena der Höhepunkt der Session für die „Bremsklötz“, die sich schon mächtig freuen.

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