Die Behinderten beeindrucken Sekundarschüler

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
14918415.jpg
Die Klasse 6b der Sekundarschule Kreuzau-Nideggen, Standort Nideggen, war auf den Erlebnisparcours gespannt. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Die Klasse 6b der Sekundarschule Kreuzau-Nideggen, Standort Nideggen, hatte Besuch von Menschen, die in ihrem Leben durch eine Behinderung eingeschränkt sind. Eine Rollstuhlfahrerin, blinde Frauen, ein Mann, dessen Arme nicht recht funktionieren.

Sie gehören alle zu GIPS (Gehandicapten Informatie Project Scholen). Dieses Schulungsprogramm kommt – wie aus den vier Wörtern erkennbar – aus den Niederlanden. In Aachen gibt es eine Filiale dieser Institution, die sich „Spielen und Lernen“ auf die Fahnen geschrieben hat.

Leiter Horst Bolterdorf zitierte aus der Informationsbroschüre: „Wenn wir dafür sorgen, dass die Gesellschaft ein möglichst reales Bild von Behinderung erhält, sollte eine Gesellschaft für alle besser gelingen.“ Das Projekt GIPS arbeitet mit Schülern ab Klasse 6 an Regelschulen. Über das Spiel entdecken die Jungen und Mädchen, welche Auswirkungen und Beeinträchtigungen die jeweilige Behinderung zur Folge hat. GIPS ist ein Projekt, das Integration und Inklusion erleichtern möchte.

Die 22 Schüler wurden in fünf Gruppen für fünf Stationen aufgeteilt. An einer Station wurden die Mädchen und Jungen mit einem Rollstuhl auf einen Parcours geschickt. An einer anderen Station wurden ihre Augen verdunkelt. Unter Anleitung einer blinden Frau suchten sie durch Tasten mit einem Stock ihren Weg, der durch verschieden gepresste Platten auf dem Boden gekennzeichnet war.

Eine andere Blinde führte die Kinder in die Blindenschrift (Braille) ein. Was tun, wenn Arme und Hände nicht zu gebrauchen sind? Da heißt es, den Stift zum Schreiben und Malen in den Mund nehmen und üben. Oder die Tastatur des Computers wird mit einem Stift bedient, der am Kopf befestigt ist. An einer anderen Station war die Stille zu hören. Die Schüler lernten die Anfänge der Gebärdensprache.

Die jungen Menschen gingen zögerlich, aber neugierig an ihre Aufgaben ran. Sie waren beeindruckt – das sagten sie später bei der anschließenden Besprechung – von den Handicaps und ihren Schwierigkeiten, sich in der Umgebung zurecht zu finden.

Wie hatte noch Horst Boltersdorf vor Beginn des Parcours gesagt? „Wir zeigen euch, was wir draufhaben!“ Boltersdorf und sein Team machten das Versprechen wahr. Die Klasse 6b, ihr Klassenlehrer Patrick Schmitz und Schulsozialarbeiterin Kerstin Menne, sie alle waren von den Erfahrungen auf dem Erlebnisparcours tief beeindruckt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert