„Die Annakirmes ist mindestens 375 Jahre alt“

Von: de
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Muntere Runde: Dr. Horst Wallraff, Jakob Schleifer, Hans-Bert Cremer, Achim Greiff und Bürgermeister Paul Larue (v.l.) plauderten über die Geschichte der Dürener Annakirmes. Foto: de

Düren. Recht munter ging es am Dienstagabend im Leopold-Hosch-Museum bei der Talkrunde in Sachen Annakirmes zu. Wie alt das beliebte Volksfest nun genau ist, spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Bisher war man von 375 Jahren ausgegangen – deshalb die Jubiläumsveranstaltungen in diesem Jahr. Historiker Dr. Horst Wallraff hatte allerdings nachgewiesen, dass die erste urkundliche Erwähnung von 1546 (und eben nicht von 1638) datiert.

Bürgermeister Paul Larue fand in der Diskussionsrunde eine Kompromissformel: „Die Annakirmes ist mindestens 375 Jahre alt.“

Der Moderator des Abends, Ingo Latotzki, stellvertretender Vorsitzender des Dürener Geschichtsvereins, sponn den Faden scherzhaft etwas weiter: „Wenn 1546 stimmt, dann feiern wir eben im Jahr 2021 das 475-jährige Bestehen.“ In der Schlussrunde der Diskussion offenbarte Platzmeister Achim Greiff, dass er persönlich die rasantesten Fahrgeschäfte auf der Annakirmes meidet. Und wenn der Bürgermeister gezwungen wäre, einen Partner für eine Fahrt mit Überschlägen und hohem Tempo zu wählen, dann den Kirmesdirektor: „Kraft seiner Autorität gegenüber den Schaustellern würde Achim Greiff nämlich dafür sorgen, dass sich besagtes Fahrgeschäft gar nicht erst in Bewegung setzt.“

In der Talkrunde erläuterte Horst Wallraff seine Arbeitsweise bei der Suche nach historischen Daten zur Annakirmes. Streng wissenschaftlich gehe er an die Quellen heran, betonte der Historiker, der selbst auch ein Annakirmesfan ist. Hans-Bert Cremer, Vorsitzender des Verbandes reisender Schausteller Düren, ging auf die Bedeutung der Annakirmes für seine Zunft und das Publikum auf dem Platz am Alten Wasserturm ein. Seiner Meinung nach werde sich das Volksfest in der Zukunft verändern, doch gefährdet sei es keineswegs.

Dem pflichtete der Schausteller Jakob Schleifer, Fan und Besitzer von historischen Fahrgeschäften, bei: „Um die Zukunft der Annakirmes ist mir nicht Bange. Mir wäre lieb, sie würde sich mehr in Richtung Gemütlichkeit entwickeln“. Auch der Bürgermeister geht davon aus, dass die lange Tradition auf Dauer fortgesetzt wird: „Die Annakirmes hat sich als robust und überlebensfähig erwiesen. Das wird auch in Zukunft so ein. Es ist das mit weitem Abstand beliebteste Fest der Dürener und wird es auch bleiben. Dass viele Menschen ihren Urlaub nach der Annakirmes richten, spricht für sich.“

Und was macht der Platzmeister eigentlich nach der stressigen Kirmeswoche? Achim Greiff: „Ein paar Tage spanne ich dann aus. Aber dann gilt: Nach der Annakirmes ist vor der Annakirmes.“

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