Die Anklage lautet auf Mord: 77-Jährige bei brutalem Einbruch getötet

Von: wos
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Aachen/Düren. Ein Beamter des Bundeskriminalamtes war als Zeuge vor dem Schwurgericht geladen. Denn die Familie M. aus Düren – es geht um den gewaltsamen Tod einer 77-jährigen Geschäftsfrau in ihrem Wohnhaus am 21. Februar 2006 – war bereits ein oder zwei Jahre vor der Tat ins Fadenkreuz grenzüberschreitender Kriminalität geraten.

Damals, das erklärte der Zeuge, hatten polnische Raubtäter das Ruhrgebiet und das Rheinland ins Visier genommen. Bereits 2004 und 2005 war in das Haus des Ehepaars eingebrochen worden. Die Besitzer eines Möbelhauses galten als vermögend. Ein Einbruch wurde vor dem Aachener Landgericht verhandelt, die Täter verurteilt.

Doch im Februar 2006 brach erneut ein Gruppe von vermutlich vier Tätern, von denen zwei vor dem Aachener Schwurgericht stehen, in das Haus ein, suchten Schmuck, Bargeld und einen Tresor. Dabei quälten sie die Dürenerin, um Verstecke zu finden. Am Ende wurden dem Opfer der Mund und die Nase so stark mit einem Kunststoffband zugeklebt, dass die Frau erstickte. Die Anklage lautet auf Mord.

Bei einer DNS-Überprüfung im Jahr 2012 wurde der Angeklagte Marian S. (37) ermittelt, der in einem deutschen Gefängnis einsaß. Er hatte bereits am ersten Tag gestanden, beteiligt gewesen zu sein, allerdings „nur“ als Fahrer. Auch der mitangeklagte Tomasz M. (38) gestand, an dem brutalen Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein. Allerdings sagte auch er, er habe nichts mit dem Tod der Frau zu tun, das seien „die anderen“ gewesen. „Die anderen“ wurden indes noch nicht ausfindig gemacht. Ein 52-jähriger Verdächtiger war verhaftet, aber ohne Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die DNS von M., stellte dessen Verteidiger fest, sei womöglich von den polnischen Behörden unrechtmäßig sichergestellt worden, er widersprach einer Verwertung. Das Gericht hat zu klären, welchen Anteil die Angeklagten an der Tat hatten. Warum DNS-Spuren des Fahrers, der nach eigenen Angaben im Auto wartete, an einem Küchengerät zu finden waren, konnte er noch nicht erklären. Der Prozess geht Donnerstag weiter.

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