Düren - Die „Ampel“ will den sozialen Wohnungsbau ankurbeln

Die „Ampel“ will den sozialen Wohnungsbau ankurbeln

Von: Jörg Abels
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Die „Ampel“ will den sozialen Wohnungsbau in Düren wieder ankurbeln. Foto: Abels

Düren. Die „Ampel“-Koalition will mit einem Bündel an Maßnahmen den sozialen Wohnungsbau in der Stadt Düren wieder ankurbeln und damit dem schon heute spürbaren Mangel an preiswerten Wohnungen begegnen.

„Wenn wir nichts unternehmen, wird die Zahl der Sozialwohnungen aufgrund der auslaufenden Mietpreisbindung bis 2030 um 50 Prozent zurückgehen“, erklärt die Sozialausschussvorsitzende Liesel Koschorreck (SPD). Und das wäre aus Sicht der Koalition fatal. Denn schon heute fehle es im Niedrigpreissegment kreisweit an Wohnraum. Die „Ampel“ spricht unter Berufung auf das Sozialamt von einem aktuellen Bedarf in der Größenordnung von 1750 Wohneinheiten, darunter etwa 1250 für Flüchtlinge.

Als Kooperationspartner der Stadt will die „Ampel“ den Dürener Bauverein und die Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren in die Pflicht nehmen, sich nicht mehr länger nur um die Bestandspflege zu kümmern, sondern auch um den Neubau von Sozialwohnungen.

„Wenn das nicht gelingt, müssen wir eine eigene Stadtbaugesellschaft gründen, eventuell mit dem Kreis Düren“, betont SPD-Fraktionschef Henner Schmidt mit Blick auf die schwierigen Eigentumsverhältnisse im Bauverein. Die könnte sich aus Sicht der „Ampel“ zum Beispiel auch den „Schrottimmobilien“ in Norddüren annehmen, in denen Mieter heute „in menschenunwürdigen Verhältnissen“ leben müssten. „Eine Stadtbaugesellschaft könnte diese Häuser kaufen, sanieren und zu erschwinglichen Konditionen vermieten“, erklärt Schmidt.

Dass die Stadt dem Wohnungsmangel alleine nicht begegnen kann, ist der „Ampel“ bewusst. Deshalb will sie bei künftigen Baugebieten eine feste Quote für mietpreisgebundene Wohnungen durchsetzen. Private Investoren könnten auf städtischem Bauland dann nur noch Mehrfamilienhäuser bauen, wenn sie sich verpflichten, einen Teil der Wohnungen preisgebunden zu finanzieren. „In Köln liegt die Quote bei 20 Prozent“, erklärt Valentin Veithen (Die Linke). Auch Aachen und Bielefeld hätten damit gute Erfahrungen gemacht, betont Liesel Koschorreck. Auch über Anreize beim Quadratmeterpreis könne man nachdenken, ergänzt Henner Schmidt.

Mögliche Areale für den sozialen Wohnungsbau sieht die „Ampel“ am Cornetzhof und zum Beispiel im Cranach-Park, dem ehemaligen Depiereux-Gelände. Dort sieht der Masterplan zwar hochwertige Wohnungen vor. „Die sind sicherlich wichtig für die Entwicklung der Stadt, wir dürfen dabei aber die soziale Komponente nicht aus den Augen verlieren“, betont Schmidt, aus dessen Sicht das Gelände unterhalb der Stadtwerke für Mietwohnungsbau bestens geeignet ist. Weitere Neubaugebiete würden sich aus dem Handlungskonzept Wohnen ergeben.

Sollten zuletzt von der Stadt angekaufte Immobilien nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, sollen auch diese dem sozialen Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden.

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