Die Alte Kirche auf 1,60 mal zwei Metern

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Nathalie Ost aus Langerwehe hat ein riesengroßes Bild von der Alten Kirche am Rymelsberg gemalt. Für diese Facharbeit des Kunst-Leistungskurses hat sie eine glatte Eins bekommen. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Nathalie Ost hat eine außergewöhnliche Begabung. Sie kann sehr gut malen. Deswegen hatte sie neben Mathematik auch Kunst als Leistungskurs, und deswegen hat sie ihre Facharbeit in der Jahrgangsstufe zwölf auch in Kunst geschrieben. Oder besser gesagt, mit Acrylfarbe gemalt.

Die 19-Jährige hat auf eine 1,60 mal zwei Meter große Leinwand die Alte Kirche von Langerwehe gezeichnet. „Dieses Bild“, erzählt die Schülerin, die gerade mitten im Abitur steckt, „war schon allein wegen seiner Größe eine ungeheure Herausforderung für mich.“

Nathalies Aufgabe war, möglichst naturgetreu das Motiv einer Fotografie abzumalen. „Mir war es wichtig, dass das Motiv aus Langerwehe ist“, sagt die Abiturientin. „Ich habe verschiedene Fotos gemacht, auch Landschaftsaufnahmen. Das mit der Alten Kirche hat mir einfach am besten gefallen.“ Mit Unterstützung ihres Kunstlehrers Klaus Dauven, der sich auch als Künstler weit über die Grenzen der Region einen Namen gemacht hat, hat Nathalie sich die große Leinwand selbst zusammengezimmert – und dann mit nach Hause genommen. „Das Bild stand dann bei uns im Wohnzimmer, und ich habe daran gearbeitet.“

Mit Hilfe eines Beamers hat Nathalie sich ihr Foto auf die Leinwand projiziert und die Mauer und die Kirche mit Bleistift vorgezeichnet. „Es war mir wichtig“, sagt Nathalie, „dass die Kirchenwände und die Mauern gerade und exakt sind.“ Jeden Ziegelstein der Mauer rund um die Alte Kirche hat Nathalie einzeln gezeichnet. Klaus Dauven: „Jeder dieser Steine hat einen eigenen Charakter. Das ist schon beeindruckend.“ Im Rahmen ihrer Facharbeit hat Nathalie Ost auch die Aachener Malerin Christiane Schönen, eine Expertin für impressionistische Malerei, in deren Atelier besucht.

Nathalie: „Impressionismus ist eine Stilrichtung der Kunstgeschichte. In diesem Stil ist auch mein Bild entstanden.“ Gut zwei Monate hatten die Schüler für ihre Facharbeit Zeit, und in dieser Zeit hat Nathalie täglich an ihrem Bild gearbeitet. „Am Ende bin ich doch nicht ganz fertig geworden“, sagt sie. „Die Bäume auf der linken Seite habe ich erst später gemacht.“ Und genau das war auch der Grund, warum Nathalie mit ihrem Bild knapp an der Note „Eins plus“ vorbeigeschrammt ist. „Trotzdem habe ich mich über die glatte Eins auch sehr gefreut.“

Weil sie zu Hause keinen Platz für so ein riesengroßes Gemälde hat, hängt Nathalies Bild im Augenblick im Büro von Gesamtschulleiter Heinz Moll. „Ich finde, hier passt es gut hin“, sagt Nathalie. „Mein Bild ist eine Dauerleihgabe. Vielleicht habe ich irgendwann auch einmal Platz genug.“

Nathalie ist überzeugt, dass sie durch ihre Facharbeit sehr viel gelernt hat. „Allein schon durch die Größe des Bildes“, sagt die junge Frau. „So etwas macht man ja nicht jeden Tag.“ Für Klaus Dauven ist Nathalie Ost eine der talentiertesten Schülerinnen, die er bisher unterrichtet hat. „Im Umgang mit Leinwand und Farbe ist sie sicherlich besser als ich“, sagt der Pädagoge. „Es ist wirklich erstaunlich, wie gut sie malen kann.“

Inwieweit Nathalie ihr außergewöhnliches Talent auch beruflich nutzen wird, steht noch nicht fest. „Ich möchte auf jeden Fall nach dem Abitur etwas Kreatives machen. Was genau, das weiß ich noch nicht.“

Ihr Bild von der Alten Kirche auf dem Rymelsberg möchte Nathalie demnächst aber auf jeden Fall den Verantwortlichen des Fördervereins der Kirche zeigen. „Für mich“, sagt Klaus Dauven, „ist das ein ideales Postkartenmotiv. Schöner kann man die Alte Kirche nun wirklich nicht darstellen.“

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