Die 85-Jährige führt in Heimbach immer noch ein Geschäft

Von: Bruno Elberfeld
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Marianne Henks Leben ist ihr Textilladen in der Hengebachstraße in Heimbach. Foto: bel

Heimbach. Wohl kein Kunde, keine Kundin, die den Textilladen Hengebachstraße 54 in Heimbach aufsuchen, werden das Alter von Marianne Henk erraten: Die rüstige Seniorin, Inhaberin von „Mode Chic-Pütz-Henk”, ist 85 Jahre alt geworden. Unglaublich. Der Pfarrer von Heimbach wollte es auch nicht glauben.

Erst der Personalausweis überzeugte ihn, dass Marianne Henk tatsächlich dieses Alter erreicht hat.

Vor 50 Jahren übernahm die Textilverkäuferin aus Leidenschaft das Geschäft von ihrer Mutter Sibylle Pütz. Das älteste Heimbacher Einzelhandelsgeschäft, und da schwingt der Stolz in Marianne Henks Stimme mit, hatte auch Geburtstag: Es wurde 90 Jahre alt.

Wie sie sich fit und jung halte? „Die Arbeit mit Textilien, mit Mode überhaupt, mit ihren wechselnden Trends und Farben hält mich jung”, lächelt die Jubilarin. „Diese Arbeit ist mein Leben!”, fügt sie hinzu. Henks Lebensphilosophie: positiv denken in jeder Lebenslage, eine gute Portion Geduld und Durchhaltevermögen in schwierigen Situationen.

„Kann ich Ihnen eine Tasse Kaffee anbieten?” Diese Frage trägt mit dazu bei, dass sich viele Kunden in dem kleinen Geschäft am Hengebach zu Hause fühlen. Der Laden läuft nicht mehr so wie vor Jahrzehnten, viele große Warenhäuser nehmen auch hier Kunden weg.

Aber Marianne Henk ist stolz darauf, dass sie immer noch treue Kunden hat, selbst aus Köln und Düsseldorf. Sie macht alles noch selbst: Einkauf, Beratung, Dekoration und den anfallenden Schreibkram. Unterstützung erhält sie bei Bedarf durch ihre Familie, auf die die Jubilarin sehr stolz ist.

Was nach ihr aus dem Textilgeschäft wird, weiß sie nicht. Solange sie kann, wird die rüstige Dame es weiterführen. „Was soll ich auch sonst tun?”, sinniert sie.

Seite Jahrhunderten in Heimbach

Henks Familie lebt schon seit Jahrhunderten in Heimbach mit Stammsitz im Steinbachtal. Ihr Vater war Schreiner und zimmerte auch Särge. Die Mutter schlug diese Särge mit Textilien aus. Was liegt da näher, als auch Textilien in anderer Form zu verkaufen?

Ihr Vater verstarb im Krieg. Das Haus war ziemlich zerstört. Aber man baute es wieder auf. Bald verkaufte man wieder. Die erste Ware war die Aussteuer von Marianne Henk, die sie in einem Koffer gerettet hatte. Hinzu kamen Meterware, Militärsäcke, Gemüsesiebe aus Stahlhelmen und Untersetzer aus Patronenhülsen. Not macht erfinderisch.

Ob sie das Alter von Jopi Heesters erreichen wolle? Das müsse nicht sein, nur solange sie noch den Laden führen könne. Und das wird noch sehr lange sein!
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