Kreis Düren - Dichtes Tongewebe öffnet Ohren im „Haus der Stadt”

Dichtes Tongewebe öffnet Ohren im „Haus der Stadt”

Von: Anne Koizlik
Letzte Aktualisierung:
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Botschafter zwischen den Welten romantischer und neuer Musik: das Henschel-Quartett mit dem Komponisten Manfred Trojahn (2. v.l.). Foto: Koizlik

Kreis Düren. Das erleben Musikfreunde wahrhaftig nicht alle Tage: die Uraufführung eines eindrucksvollen Werks der Moderne in Gegenwart des angesehenen Komponisten. Die Besucher im Dürener „Haus der Stadt” durften genau das erleben. Und zwar in der Kammermusikreihe der Industrie-Konzerte.

Wie hochkarätig diese Musik war, die das Henschel-Quartett präsentierte, war unter anderem daran abzulesen, dass WDR3 dieses Konzert aufzeichnete und es zu einem noch nicht bestimmten Termin in der Reihe „Kammerkonzerte NRW” ausstrahlen wird. Darüber hinaus war zu erfahren, dass das Programm des Abends an den beiden nachfolgenden Tagen in Düsseldorf und Berlin aufgeführt wird. Die Uraufführung stellte ein Werk von Manfred Trojahn dar, der schon viele Auszeichnungen gewonnen hat und Professor für Komposition an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf ist.

Zweites Werk „Lettera amorosa”

Es war ein dichtes Gewebe von Tönen mit einem weiten Ausdrucksspektrum, zudem ein geniales Spiel mit der aufgelösten Tonalität. Subjektivität und Verinnerlichung prägten dieses Werk der Postmoderne, das wahrhaftig die Ohren öffnen konnte. Dieser Kompositionsauftrag wurde von der Kunststiftung NRW gefördert.

Von Manfred Trojahn erklang an diesem Abend ein zweites Werk, „Lettera amorosa” nach Lyrik unter anderem von Michelangelo und Rainer Maria Rilke. Eröffnet wurde der Abend mit dem Streichquartett a-Moll (op. 41, Nr. 1) von Robert Schumann. Das Henschel-Quartett breitete den Zauber aus über dieses Werk der Romantik und überzeugte mit effektgeladener Virtuosität. Mit einem bewegenden Klagegesang, dem Streichquartett f-Moll (op. post. 80) von Felix Mendelssohn Bartholdy, endeten die überaus stimmigen Darbietungen.

Die Ausführenden waren Christoph Henschel (Violine), Markus Henschel (Violine), Monika Henschel (Viola) und Mathias Beyer-Marlshój (Violoncello). Es gab einen großen Schlussapplaus und als Zugabe einen Satz von Maurice Ravel.
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