Düren - Diagnose Fibromyalgie: Schmerzen und permanente Abgespanntheit

Diagnose Fibromyalgie: Schmerzen und permanente Abgespanntheit

Von: Gudrun Klinkhammer
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Monika Kohnen (links) und Brigitte Glöckner leiten in Düren die Selbsthilfegruppe Fibromyalgie. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Die Betroffenen, die an Fibromyalgie leiden, haben oft einen mehrjährigen Weg von einem Arzt zum nächsten hinter sich. Nicht selten schlägt ihnen auf diesem Weg auch völliges Unverständnis, ja sogar Ungläubigkeit entgegen. Brigitte Glöckner, 62-jährige Physiotherapeutin, und Monika Kohnen, 60 Jahre alt und Hausfrau, leiten die Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie-Betroffene in Düren.

Glöckner: „Früher wurden wir sogar als Simulanten abgekanzelt, da die Beschwerden weder im Blut noch auf einem Röntgenbild nachweisbar sind.“ Aus diesem Grund begeben sich die Fachleute inzwischen auch mittels Ausschlussdiagnose auf die Fährte der Krankheit. Erst seit wenigen Jahren handelt es sich bei Fibromyalgie um eine von den Krankenkassen anerkannte Krankheit. 90 Prozent der Patienten sind Frauen, mehr als zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland am Muskelschmerz.

Sehr schwerer Muskelkater

Monika Kohnen: „Die Beschwerden sind mit einem ganz schweren Muskelkater vergleichbar, der allerdings nicht nachlässt. Den Schmerz erleben wir in Schüben.“ Woher die Symptome wie Muskelschmerz, permanente Müdigkeit und Abgespanntheit kommen, ist noch nicht besonders erforscht. Die Ärzte attestieren einen Serotoninmangel im Gehirn. Häufig werden Antidepressiva verschrieben, nicht wegen tatsächlicher Depressivität, sondern wegen der Zugabe von Serotonin im Antidepressivum. Glöckner: „Alternativ könnte man vielleicht auch täglich einige Kilogramm Schokolade essen, in der ja ebenfalls Serotonin enthalten ist, doch das würde letztendlich zu sehr auf die Hüften gehen.“

Probleme birgt die Krankheit besonders für Betroffene, die mitten im Berufsleben stehen. Körperlich hart arbeitende Personen, die eventuell noch Nachtschichten machen müssen, wie etwa Altenpflegerinnen oder Krankenschwestern, schaffen ihren Beruf in der Regel irgendwann nicht mehr.

Was bereits entlastend wirkt, so beschreiben es Glöckner und Kohnen, ist die Diagnose an sich. Endlich weiß der Patient, was ihn plagt. Antidepressiva und Schmerzmittel stellen nur eine Möglichkeit der Behandlung dar. Glöckner: „Was den Patienten darüber hinaus hilft, ist Bewegung. Alles, was uns in eine angespannte Haltung bringt wie dauerhaftes Sitzen oder Stehen ist Gift.“

Dehnung, Ausdauersport und ein spezielles Training für das Bindegewebe, ebenso Joggen, Schwimmen und Walken gehören zu den bevorzugten Sportarten der Betroffenen. Kohnen: „Naturheilverfahren dürfen auch nicht außer Acht gelassen werden wie etwa Heilfasten und Entsäuerung. Aufgrund dieser Behandlungsmethoden kann ebenfalls eine Besserung erzielt werden.“

In der Selbsthilfegruppe von Brigitte Glöckner und Monika Kohnen treffen sich aktuell etwa 20 Personen zwischen dem 40. und dem 80. Lebensjahr. Kohnen: „Auffallend ist jedoch, dass die Betroffenen immer jünger werden.“ In lockerer, gemütlicher Runde werden Erfahrungen ausgetauscht, auch werden Infoveranstaltungen mit Fachleuten und Ärzten durchgeführt.

Glöckner beschreibt: „Alles zusammen hat mir geholfen. Waren die Beschwerden früher diffus, weiß ich heute, was es ist und wie ich damit umgehen kann, daher geht es mir heute besser.“

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