DGB fordert faire Löhne, gute Arbeit und soziale Sicherheit

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Rufen zur Teilnahme an der Mai
Rufen zur Teilnahme an der Maikundgebung auf: der DGB-Regionsvorsitzende Ralf Woelk und sein Kollege Karl Panitz (r.). Foto: Abels

Kreis Düren. Die Forderung nach einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn und der Kampf für gleiche Bezahlung von Leiharbeitern stehen im Mittelpunkt, wenn der DGB am Sonntag zum „Tag der Arbeit” auch in Düren zur traditionellen Maikundgebung aufruft.

„Unbefristete, sozialversicherte Vollzeitstellen mit Tarifbindung werden seit Jahren zurückgedrängt”, spricht der Vorsitzende der DGB-Region NRW Süd-West, Ralf Woelk, von einer schleichenden Erosion auf dem Arbeitsmarkt.

Die Zahl der Leiharbeiter hingegen habe in Deutschland im vergangenen Jahr die Millionengrenze überschritten, die der Minijobs auf 400-Euro-Basis die Marke von 7,2 Millionen. Zudem hätten die Arbeitsagenturen aufgrund der boomenden Leiharbeitsbranche erstmals mehr befristete als unbefristete Arbeitsverhältnisse vermittelt. Die Folge, betont Woelk: „Das Arbeitnehmer-Einkommen sinkt und kann keine Binnennachfrage erzeugen.”

Ein einheitlicher Mindestlohn soll daher helfen, Lohndumping zu unterbinden, die Sozialkassen zu füllen und die Konjunktur anzukurbeln, erklärt Woelk. Und das Instrument der Leiharbeit soll wieder seinen ursprünglichen Zweck erfüllen: Auftragsspitzen abzufedern. Leider werde es immer öfter von Unternehmern missbraucht, das Lohnniveau dauerhaft zu senken. Daher fordern die Gewerkschaften: Gleichen Lohn bei gleicher Arbeit für Stamm- und Leihbeschäftigte.

Zudem wirft der DGB der Bundesregierung eine verfehlte Arbeitsmarktpolitik vor. „Allein im Kreis Düren stehen der Job-com in diesem Jahr rund 22 Prozent weniger Mittel für Eingliederungsmaßnahmen zur Verfügung”, erklärt Woelk. Rechnet man die Verpflichtungen aus dem vergangenen Jahr hinzu, sind es sogar 40 Prozent.

Und der DGB-Chef geht davon aus, dass sich die zur Verfügung stehenden Mittel 2012 und 2013 angesichts weiterer Kürzungen der Bundesregierung schlussendlich halbieren werden. „Im System Fordern und Fördern´ bleibt damit das Fördern auf der Strecke.” Leidtragende seien auch im Kreis Düren die Langzeitarbeitslosen, deren Zahl im vergangenen Jahr „um fünf Prozent gestiegen ist”, ärgert sich Woelk und sagt den „extrem verschlechterten Rahmenbedingungen” den Kampf an.

Demonstrationszug, Kundgebung, Gesprächsrunde

Die Maikundgebung startet um 10 Uhr. Treffpunkt ist das DGB-Haus an der Kuhgasse. Der Demonstrationszug zieht anschließend durch die Innenstadt, musikalisch begleitet von der Gruppe „Manos Rapidos”.

Die Kundgebung beginnt um 11 Uhr im Willy-Brandt-Park. Moderiert von Karl Panitz (DGB) stehen in einer Gesprächsrunde Dagmar Becker (Geschäftsführerin der regionalen Armutskonferenz für den Kreis Düren) und Paul Zimmermann (1. Bevollmächtigter der IG Metall in Düren) Rede und Antwort.

Im Rahmenprogramm spielt die „Wohnzimmerband” aus Dortmund. Der „Schnelle Emile ist für Kinder vor Ort, verschiedene Institutionen präsentieren sich mit Infoständen.

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