Deutscher Meister begeistert beim „Laetare”-Konzert

Von: niko
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Vor den Stufen des Altars in der Klosterkirche in Wenau verzauberte der Aachener Kammerchor „Carmina Mundi” mit seinen außergewöhnlichen Obertonstimmen und Werken aus sechs Jahrhunderten die Freunde der Chormusik. Foto: niko

Wenau. Für die Freunde außergewöhnlicher Chormusik gilt der vierte Fastensonntag „Laetare” als fester Termin. Der Verein der „Freunde von Wenau” hatte zu seinem ersten Konzert dieses Jahr den Sieger des Bundeschorwettbewerbs 2006, „Carmina Mundi” aus Aachen gebeten, seine raumfüllenden Stimmen in der altehrwürdige Klosterkirche der Prämonstratenserinnen zu erheben.

Gleich beim eröffnenden Lied „Je prens Congie” von Nicolas Gombert entwickelte sich jener warme, runde, nahezu perfekte Chorklang, der den ganzen Abend nicht schwinden sollte. Es war wunderschöne Musik aus sechs Jahrhunderten Chorliteratur - nicht für den Kopf, sondern vielmehr mit viel Verve aus dem Herzen und den 39 a-cappella-Kehlen vorgetragen.

Beeindruckend gelang dem „Deutschen Meister” die dynamische Gestaltung des Konzertes. „Egal, ob pianissimo bis zum fulminanten Fortissimo: Immer hielt die Balance zwischen strahlenden Sopranen, warmen Altistinnen, durchsetzungsfähigen Tenören und profunden Bässen”, war die künstlerische Leiterin Gisela Berretz-Schmidt begeistert von den changierenden Stimmen, die nie langweilig wurden.

Genauso sahen es auch die Freunde der Chormusik in der vollen Kirche und zollten mit ihrem lang anhaltenden Applaus größten Respekt den Leistungen des Chores um Leiter Harald Nickoll.

„Carmina Mundi” singt seit 24 Jahren mit immer größer werdendem Erfolg. Charakteristisch ist ihre eigene Klangphilosophie: lupenreiner a-cappella-Gesang unter Einbeziehung der natürlichen Obertöne der Stimme.

Ganz in Schwarz mit roten Schals für die Soprane und Altistinnen, mit roten Einstecktüchern für die Tenöre und Bässe, ging es auf eine musikalische Reise von der Romantik bis zur Moderne, von Johann Hermann Schain über Quirino Gasparini bis zum ergreifenden, brandneuen Stück des Chores am Schluss: Eric Whitacres „Leonardo dreams of his flying Machine”.

Ihre gute stimmliche Ausstattung stellten die Sängerinnen und Sänger auch in Benjamin Brittens komplexer „Hymn to St. Cecilia” unter Beweis. Fast fühlte man sich der Heiligen der Musizierenden, Cäcilia, nah. Das Spiel der Chorstimmen ließ die Zuhörer in der Kirche dem Himmel nahe kommen, so dass man sogar Engel singen zu hören meinte.

Stets homogen

Überhaupt agierte der Chor stets homogen, mit feinen Schattierungen in der Dynamik und einer beeindruckenden intonatorischen Sicherheit in allen Stimmen.

Eine weitere Überraschung und große musikalische Bereicherung war die Uraufführung der Interpretation des frühen Werkes „Missa brevis” von Leonard Berstein aus den 1960er Jahren.
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