Deutsche Arien und englische Kantaten

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Die Sopranistin Gela Birckenstaedt ist am Montag, 23. Februar, bei der „Tonspur Nr. 52 – Deutsche Arien und englische Kantaten“ im Töpfereimuseum Langerwehe zu Gast. Fotorechte: Gela Birckenstaedt

Langerwehe. Bei den „Tonspuren“ singt am Montag, 23. Februar, 20 Uhr, im Töpfereimuseum Langerwehe die Sopranistin Gela Birckenstaedt einige der berühmten und absolut einzigartigen „Deutschen Arien“ von Georg Friedrich Händel, begleitet von der Flötistin Darja Großheide, der Cellistin Helga Löhrer und dem Bonner Cembalisten und Organisten Stefan Horz. Das Konzert findet in gewohnt lockerer Atmosphäre im Saal des Museums statt.

Gela Birckenstaedt ist als Spezialistin der Historischen Aufführungspraxis eine europaweit gefragte Interpretin von Barockmusik, die solistisch sowohl mit Liederabenden als auch als Oratoriensängerin Erfolge feiert.

Seit die Welfen mit Georg I. 1714 den englischen Thron bestiegen hatten, avancierte London zu einem der wichtigsten Musikzentren Europas und wurde zum Anziehungspunkt für zahlreiche Musiker insbesondere aus Italien und Deutschland. Die beiden deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel und Johann Christoph Pepusch prägten zu Beginn des 18. Jahrhunderts das musikalische Leben in Englands Metropole. Um 1720 komponierte Händel seine berühmten „Neun Deutschen Arien“ auf Texte des Hamburger Dichters Barthold Heinrich Brockes.

Die Texte entstammen Brockes Gedichtsammlung „Irdisches Vergnügen in Gott“ und stehen schon ganz im Zeichen der Aufklärung beziehungsweise der Empfindsamkeit: in der Betrachtung der schönen Natur erkennt der Mensch Gott. Die Vertonungen Händels sind in dieser Zeit absolut einzigartig und werden es noch für einige Jahrzehnte bleiben.

Praktisch gleichzeitig komponiert Pepusch seine „English Cantatas“ für die gleiche Besetzung: Gesang mit einem begleitenden Instrument und Basso continuo. Es handelt sich hierbei wahrscheinlich um die ersten englischsprachigen Kantaten nach italienischem Vorbild. 1727, im Erscheinungsjahr der Kantaten, schreibt eine englische Satirezeitung: „Für alle, die ihre Muttersprache vergessen haben, gibt es eine gute italienische Übersetzung“. Tatsächlich wurde an den Höfen Europas französisch gesprochen und Musik in italienischer Sprache komponiert. In ihrem Konzertprogramm stellen die Musiker beiderlei Kompositionen vor.

Das Programm wird ergänzt durch eine Flötensonate aus der Feder Johann Helmich Romans, der auch der „Schwedische Händel“ genannt wurde. Dieser Musiker aus Stockholm spielte von 1715 bis 1721 im Orchester Händels und nahm Kompositionsunterricht bei Pepusch. Er gilt als der erste schwedische Komponist von größerer Bedeutung und damit als „Vater der schwedischen Musik“.

Die „Tonspuren“ sind eine unkonventionelle Konzertreihe, bei der Musiker, die sich hauptsächlich mit Historischer Aufführunspraxis beschäftigen, ihre geliebte Musik spielen und dem Publikum nahebringen. Die „Tonspuren“ werden vom Förderkreis für das Töpfereimuseum veranstaltet. Da bei diesem Konzert mit großem Andrang bei beschränktem Platzangebot zu rechnen ist, empfiehlt sich eine Kartenvorbestellung (Ticketpreis 15 Euro) unter Telefon 02423/4446.

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