Deutsch-französische Freundschaft im Kampfbomber

Von: jan
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Fachsimpeln nach der Spitztour im Flugzeug des anderen: Der französische General Guillaume Geleé (links) und sein deutsches Pendant Peter Schelzig wollen in Zukunft einen Piloten-Austausch beginnen. Im Hintergrund steht das französische Kampfflugzeug Rafale. Foto: Guido Jansen

Nörvenich. Die Geschichte der deutsch-französischen Freundschaft ist noch deutlich jünger als die der Erbfeindschaft, die Jahrhunderte lang eines der zentralen politischen Probleme in Europa war. 1963 haben Bundeskanzler Konrad Adenauer der französische Staatspräsident Charles de Gaulle den so genannten Élysée-Vertrag unterzeichnet, der die Freundschaft der beiden Nachbarn festhalten sollte.

Dass 50 Jahre später der Chef des deutschen Luftwaffenführungskommandos am Steuer des modernsten Kampfflugzeugs der französischen Luftwaffe seine Runde über Deutschland drehen würde, war für Adenauer und de Gaulle damals sicher undenkbar.

Erst recht, wenn der deutsche General im französischen Flugzeug quasi Tragfläche an Tragfläche mit dem französischen General am Steuer des besten deutschen Kampfflugzeuges fliegt. Genau das haben Generalleutnant Peter Schelzig und Generalleutnant Guillaume Geleé am Donnerstag getan. Sie sind vom Rollfeld des Fliegerhorstes Nörvenich zu einer Kampfflugzeug-Spritztour in Friedensmission aufgebrochen.

„Der Pilot hat mich auch mal ein bisschen fliegen lassen”, sagte Schlezig nach der Landung in Nörvenich. Wie sein französischer Amtskollege war der deutsche General als Co-Pilot im Kampfflugzeug der Nachbarnation unterwegs. „Ein tolles Flugzeug“, attestierten sich die Generäle anschließend gegenseitig.

Die Aktion soll nachhaltiger sein eine Spritztour aus symbolträchtigem Anlass. „Solche Flüge zeigen, dass unsere Luftstreitkräfte gut zusammen arbeiten können“, sagte Geleé. Und genau das planen die die Generäle. Sie wollen eine Art Austauschprogramm auflegen. Französische Kampfpiloten sollen den deutschen Eurofighter kennenlernen, die deutschen sollen künftig Flüge auf der französischen Rafale absolvieren. „Die Flugzeuge stammen aus einer Generation und sind sich recht ähnlich“, so Schelzig. Der Unterschied sei wie der Wechsel von einer Automarke zur anderen.

Derzeit arbeiten die Luftwaffen der beiden Länder beim Mali-Einsatz der französischen Armee zusammen. Die Deutschen unterstützen ihre Nachbarn seit dieser Woche mit Tankflugzeugen.

Ab dem 1. Juli übernehmen die Nörvenicher Eurofighter die Funktion als Luftpolizei. Quick Reaction Alert heißt diese Funktion, übersetzt etwa schnelle Eingreiftruppe. Immer dann, wenn ein unbekanntes Flugzeug in den deutschen Luftraum eindringt, gehen die Eurofighter in die Luft. Das passiert in etwa zwei bis drei Mal pro Monat. In den meisten Fällen haben die Kapitäne schlichtweg vergessen, um Erlaubnis zu fragen oder ihre Kommunikationsmittel nicht aktiv. Innerhalb von 20 Minuten erreichen die Eurofighter von Nörvenich aus beispielsweise Berlin.

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