Düren - Der zweiten Jungfernfahrt steht nichts mehr im Wege

Der zweiten Jungfernfahrt steht nichts mehr im Wege

Von: Jörg Abels
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Lockt abends „mit elektrischer Beleuchtung”: die 1939 erbaute und aufwendig restaurierte „Fahrt ins Paradies”. Foto: Abels

Düren. Da steht sie nun inmitten der Hightech-Kirmeswelt der Gegenwart: die 1939 erbaute „Fahrt ins Paradies”. Schausteller Toni Schleifer kann es kaum mehr erwarten, dass es am Samstag endlich losgeht.

Sieben Jahre lang hat der Füssenicher mit Unterstützung seiner Familie die vor dem Zweiten Weltkrieg von der thüringischen Karussellschmiede Hayn gebaute und in den 50er Jahren vom damaligen Besitzer eingemottete Berg- und Talfahrt in der heimischen Wagenhalle liebevoll restauriert, immer orientiert am Originalzustand, der weitestgehend erhalten geblieben ist.

Hat sich der Aufwand gelohnt? Wird das Kirmesschätzchen von den Besuchern angenommen? Die Fachwelt auf jeden Fall ist begeistert. Schon beim Aufbau klopfen Kollegen wie Kirmesgastronom Thomas Koch Toni Schleifer anerkennend auf die Schulter. „Das wird mit Sicherheit ein Erfolg”, ist sich der Freiburger sicher, der als langjähriger Stammbeschicker der Annakirmes viele Fahrgeschäfte hat kommen und gehen sehen.

„Am Donnerstag kann ich mir bei der Bezirksregierung in Köln das Baubuch abholen”, erklärt Toni Schleifer. Das ist vergleichbar mit dem Kraftfahrzeugbrief beim Pkw, Eigentumsnachweis und Prüfdokument zugleich, das TÜV und Bauamt abstempeln, aber auch die Kirmesveranstalter. Die Annakirmes wird gleich auf der ersten Seite verewigt, gefolgt vom Münchener Oktoberfest. Auf dem größten Volksfest der Welt darf Toni Schleifer seine Kirmesrarität im September ebenfalls präsentieren. Die Münchener sind sogar derart angetan von der liebevoll restaurierten Bahn, dass sie sämtliche Kosten übernehmen - auch für den Transport an die Isar. Nicht einmal Standgeld muss Toni Schleifer auf dem historischen Jahrmarkt der Jubiläums-Wies´n zahlen, auf der er auch mit seinem Pferdekarussell vertreten sein wird. Für ihn ist es nach 2002 die zweite Reise nach München. Verständlich, dass sich der Füssenicher bereits darauf freut.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt gilt es für ihn erst einmal, die zweite Jungfernfahrt erfolgreich über die Bühne zu bringen. Bis Samstag muss noch letzte Hand angelegt werden. Vor allem an der Elektrik, schließlich verspricht Toni Schleifer seinen großen und kleinen Fahrgästen - wie einst sein Vorbesitzer bei der ersten Jungfernfahrt 1939 - eine echte „Kirmessensation”: eine Fahrt, „abends mit elektrischer Beleuchtung”. Und die ist durchaus rasant, kündigt sein Vater Jakob bereits an. „Aber sehr angenehm.”

Dafür hat auch der TÜV gesorgt, der sich trotz des biblischen Alters für ein Fahrgeschäft und der Technik der 30er Jahre mit Auflagen weitgehend zurückgehalten hat. Zusätzliche Balken in den Holzboden musste Schleifer einziehen, Sand in die Bodenbemalung streuen, zur besseren Standfestigkeit, und eine Geschwindigkeitsbegrenzung einbauen. Das Fahrttempo nämlich wird in der „Fahrt ins Paradies” noch über Salzwasser gesteuert, erklärt Toni Schleifer und liegt damit im Ermessen des Karussellbetreibers. Ganz anders eben als bei den Hightech-Fahrgeschäften, die rund um ihn herum stehen. Aber dafür ist die „Fahrt ins Paradies” ja auch einzigartig.
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