Der WVER erwartet kein „dramatisches Hochwasser”

Von: Jörg Abels
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Still ruht der winterliche Rursee: Nach Angaben des Wasserverbands Eifel-Rur verfügt er mit den übrigen Talsperren noch über ausreichend Stauraum, um die erwartete Schneeschmelze Foto: Stollenwerk

Düren. Kaum ist das nachweihnachtliche Schneechaos „abgearbeitet”, droht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes mit dem einsetzenden „durchgreifenden Tauwetter” neues Ungemach. Joachim Lange vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER) erwartet aber trotz der immensen Schneemassen in der Eifel keine dramatische Hochwassersituation.

„Wir gehen davon aus, dass im Einzugsgebiet unserer Talsperren Schnee im Umfang von etwa 60 Millionen Kubikmeter Wasser liegt”, erklärt Lange.

Da Olef-, Urft-, Rurtal-, aber auch die Wehebachtalsperre, die zusammen ein Volumen von rund 300 Millionen Kubikmeter haben, nur zu gut zwei Drittel gefüllt sind, sollten selbst stärkere Niederschläge keine größeren Probleme verursachen.

Trotzdem hat der WVER vorsorglich bereits die Wasserabgabe am Staubecken Heimbach in die Rur erhöht, von elf auf 17 Kubikmeter pro Sekunde. Noch brauchen die Dauercamper in Hausen und Untermaubach deshalb aber nicht mit nassen Füßen rechnen. Obwohl die Plätze in natürlichen Überschwemmungsgebieten der Rur liegen, „passiert bis zu einer Wasserabgabe von 40 Kubikmeter nichts”, betont Lange weiter.

Aber er weist auch darauf hin, dass der WVER im Extremfall bis zu 60 Kubikmeter pro Sekunde in die Rur abgeben dürfte. Doch so weit sollte es nicht kommen, zumal ja auch der Zulauf aus den kleineren Bächen des Unterlaufs berücksichtigt werden muss.

„Wenn 20 Millimeter Niederschlag mit einer Temperatur von fünf Grad Celsius fallen, reicht das nicht aus, um den Schnee in der Eifel komplett abzuschmelzen”, rechnet der WVER-Experte vor und geht deshalb erst einmal von einer relativ flachen Hochwasserkurve aus. Sollten jedoch flächendeckend deutlich höhere Regenmengen fallen, bekäme das Ganze natürlich eine andere Dimension.

Rein prophylaktisch bereits mehr Wasser aus den Talsperren abzulassen, kommt für den WVER aber auch aus einem anderen Grund nicht in Frage: „Die Talsperren dienen ja nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch der Trinkwasserversorgung”, erklärt Lange. Sie sollen helfen, zwei bis drei trockene Sommer in Folge zu überbrücken, und müssen daher immer gut gefüllt bleiben.

Derweil bereiten sich die Eifelkommunen so gut es geht auf die Schneeschmelze vor. An markanten Stellen, Senken oder Gefällstrecken, werden seit Dienstag die Kanalgullys freigelegt. Ob der hohen Schneetürme in den Straßen nicht immer ein leichtes Unterfangen, berichtet Heimbachs Hauptamtsleiter Peter Boje, „aber zum Glück sind die Gullys nicht zugefroren”, erklärt Hürtgenwalds Bauhofleiter Günter Zimmermann, dem die immer noch vereisten Wegedurchlässe größere Sorgen bereiten. „Aber wir sind gewappnet. Der Bagger steht Gewehr bei Fuß und kann im Notfall umgehend eingreifen.”

Wie in Heimbach und Hürtgenwald gilt auch bei der Feuerwehr des Kreises erhöhte Wachsamkeit. Im Notfall können die örtlichen Feuerwehren auf Sandsackvorräte im Feuerschutztechnischen Zentrum in Stockheim zurückgreife, wo nach Angaben von Martin Thiedecke vom Amt für Feuerschutz und Rettungswesen des Kreises. Für Rur und Inde stehen zudem Hochwassergefahrenkarten zur Verfügung, die aufzeigen, in welchen Bereichen es ab bestimmten Pegelständen kritisch werden könnte.
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