Der wohl größte Moment im Sportler-Leben

Von: Sandra Kinkel
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Düren/Rio. Für Michael Feistle aus Vettweiß wird es am Donnerstag ernst. Um 13.15 Uhr Ortszeit hat der 23-jährige BWL-Student bei den Paralympics in Rio de Janeiro sein erstes Spiel gegen Algerien. Genau eine Woche ist Feistle schon in Brasilien. Sein Team hat in der legendären „Future Arena“ trainiert, aber auch schon viel von Rio gesehen.

Die Mannschaft war auf dem Corcovado bei der riesigen Christus-Figur und an der Copacabana. Außerdem haben die Goalball-Spieler den Kindergarten „Creche Santa Clara“ in der Favela Vidigal besucht, für den sie in den vergangenen drei Monaten Spendengelder gesammelt haben. Ab Donnerstag konzentrieren sich Michael Feistle und sein Team auf ihren Sport. Übrigens ist auch das Publikumsinteresse in Sachen Goalball groß: Im Schnitt sind für die Spiele in der Future-Arena, in der sich auch die deutsche Handball-Nationalmannschaft die Bronzemedaille erkämpft hat, 7500 Karten verkauft.

Die Volleyballer haben ihre Spieler im Maracanãzinho-Stadion ausgetragen und das quasi mit Dürener Beteiligung. Blair Bann, Jay Blankenau und Rudy Verhoeff, die „drei kanadischen Dürener“, waren mit der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes in Rio dabei. Und sind erst im Viertelfinale gegen Russland ausgeschieden. „Die Olympischen Spiele in Rio waren für mich unglaublich spannende Wochen voller großartiger Erfahrungen“, erzählt Blair Bann. Und kommt aus dem Schwärmen eigentlich gar nicht mehr heraus.

„Es ist einfach ziemlich cool, im olympischen Dorf zusammen mit 10.000 der weltbesten Athleten zu wohnen.“ Im Dorf, ergänzt der 28-Jährige, herrsche eine beeindruckende Energie. „Alle Sportler sind unglaublich konzentriert und fokussiert, weil sie alle auf den wohl größten Moment ihrer sportlichen Karriere hinarbeiten.“ Seine schönste olympische Erfahrung sei der Sieg gegen die USA gewesen. „Das war mein erster olympischer Einsatz überhaupt, und wir haben gegen unseren großen Rivalen gewonnen. Das war gigantisch.“

Morgen beginnt für Bann, Blankenau und Verhoeff der Alltag in Düren und das Training mit den Powervolleys wieder. „Ich freue mich auf Düren und die neue Saison“, sagt Blair Bann. „Die Teilnahme an den Olympischen Spielen hat bei mir einen großen Motivationsschub bewirkt. Ich war beim größten Turnier der Welt dabei. Von diesen Erfahrungen werde ich noch lange zehren und auch davon für die Arbeit in Düren profitieren.“ Besonders freut Blair Bann sich den neuen Trainer Tommi Tiilikainen.

„Ich habe schon gegen seine finnische Mannschaft gespielt. Jetzt bin ich sehr gespannt, wie er als Trainer ist.“ Zurück in Düren will Blair Bann auf jeden Fall auch die Paralympics verfolgen. „Ich kenne einige Spielerinnen der kanadischen Sitzvolleyball-Mannschaft und finde es wirklich toll, zu welchen Leistungen die behinderten Sportler in der Lage sind. Ich werde die Paralympischen Spiele im Fernsehen und Internet verfolgen.“ Und wer weiß, vielleicht sieht Bann dann auch ein Spiel von Michael Feistle und der deutschen Goalball-Mannschaft.

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