Nideggen - Der Wenkbüggel tilgt alle Sünden der Nideggener

Der Wenkbüggel tilgt alle Sünden der Nideggener

Von: Anneliese Lauscher
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Mit vereinten Kräften gelang es einer Gruppe von Grundschulkindern, ihrer Leiterin Beatrix Schröder und den beiden Herren der Wenkbüggel-Zunft, eine originelle Puppe herzustellen. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Der „Wenkbüggel“ hat Gestalt angenommen: Die Mädchen und Jungen aus der Grundschule Nideggen haben ihn fertiggestellt! Am Donnerstag hatten sich zwei Mitglieder der neuen Nideggener Wenkbüggel-Zunft auf den Weg zur Grundschule „Burgblick“ gemacht. Franz-Josef Brandenburg und Matthias Büchel trugen das Gerippe des Wenkbüggels im Gepäck und allerhand Utensilien.

Einige Jungen und Mädchen hatten sich freiwillig gemeldet und kleideten das Holzskelett an. Die Hosenbeine wurden mit Stroh ausgestopft, sogar Socken und Schuhe bekam die Figur, einen Schal, eine Krawatte und eine Kappe. „Wir wollen auch unsere Verbundenheit mit heimatlichem Brauchtum zeigen“, sagte Beatrix Schröder, die Schulleiterin, während in der „Lernwerkstatt“ eifrig mit den Klamotten und dem Stroh hantiert wurde.

Der Wenkbüggel sah zum Schluss witzig und ein bisschen seltsam aus. Zur Vorgeschichte: Im Herbst 2013 hatte sich die „Wenkbüggel-Zunft“ gegründet mit dem Ziel, den Straßenkarneval in Nideggen wieder zu beleben. Den originellen Namen gab man sich, um sich selbst oder den Nideggener an sich ein wenig auf die Schippe zu nehmen. In „Wenkbüggel“ stecken die Worte „Wind“ und „Beutel“.

Ein Windbeutel, das ist ein mit Sahne oder Creme gefülltes Gebäck aus Brandteig, wie jeder weiß. Damit ist aber auch jemand gemeint, der sich aufbläht, der viel Wind um nichts macht oder der mehr scheinen will, als er ist. Warum man in den umliegenden Orten gern vom „Nideggener Wenk“ spricht und die Einwohner der Herzogstadt „Wenkbüggele“ nennt, das lässt sich laut Aussage des Hobby-Historikers Franz-Josef Brandenburg nicht mehr so genau herausfinden.

Salonkarneval mit Verzäll

Er meint, dies könnte damit zusammenhängen, dass die Nideggener aufgrund ihrer Privilegien, die in früheren Zeiten mit den Stadtrechten einhergingen, sich stets für etwas Besseres gehalten haben.Jedenfalls hat die Wenkbüggel-Zunft ihr Motto „Strongse, Fiere, Brenne“ nicht zufällig gewählt, da ist von Angeben, Feiern und Brennen die Rede. Nun soll der Wenkbüggel am Weiberdonnerstag, 27. Februar, um 11.11 Uhr vom Zülpicher Tor in einem fröhlichen Zug bis zum Ratskeller getragen werden. Dort wird ab 14.11 Uhr ein „Salonkarneval“ mit Verzäll und Gesang alt bekannter Fastelovendslieder gefeiert.

Am Veilchendienstag muss der Wenkbüggel brennen, symbolisch wird er auf dem Marktplatz verbrannt, womit dann alle Sünden der Fastnachtstage getilgt sind. Die Wenkbüggel-Zunft hofft auf eine Premiere mit guter Beteiligung der Karnevalsfreunde.

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