Der Wald in der Region wächst

Von: Anne Wildermann
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Konrad Hecker (links) und sein Kollege Jochen Knoth, der sich um Privatwälder kümmert. Foto: Wildermann

Hürtgenwald/Kreis Düren. Ein heftiger Windstoß fegt durch die Baumkronen im Hürtgenwald. Die Blätter rauschen – ansonsten herrscht Stille. Konrad Hecker (62) kommt nur noch selten hierher. Der Leiter des Forstamtes Rureifel-Jülicher Börde hat sich seit 2008 aus dem „operativen Geschäft“, wie er selbst sagt, zurückgezogen.

Dennoch weiß er, wie es um die Wälder im Kreis Düren, Kreis Heinsberg, Stadt Aachen und der gleichnamigen Städteregion bestellt ist. Diesen Zustand belegen auch die aktuellen Zahlen der landesweiten Waldinventur 2014, die am Mittwoch vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt, Natur und Landwirtschaft veröffentlicht wurde.

„Zusammenfassend kann man sagen, dass die Waldfläche bei uns mehr geworden ist. Es sind heute 41.200 Hektar“, sagt Hecker während der Präsentation im Forstamt in Hürtgen. Für das ganze Bundesland sind es 935.000 Hektar. Allerdings gibt es keine Vergleichszahlen aus der Vergangenheit. Der Grund: Die erste Inventur fand 1998 statt und es wurde mit einem größeren Stichprobennetz gearbeitet. Für die aktuelle Statistik wurde das Raster auf zwei mal zwei Kilometer verdichtet.

„Außerdem gab es damals noch 35 Forstämter, die sind in der damaligen Statistik gar nicht aufgetaucht. Heute sind es nur noch 14, die auch einbezogen wurden“, ergänzt Hecker. Dennoch schätzt er, dass die Region „bei plus minus null rauskommt.“ Für ganz NRW handelt es sich nach Meinung des Experten um einen Zuwachs für die vergangenen 18 Jahre von 10.000 bis 15.000 Hektar Waldfläche.

In sechs Teams wurden über 9000 Stichproben genommen und über 600.000 Bäume vermessen. Obwohl die Waldfläche in der Region zugenommen hat, liegt die Bewaldung für das Forstamt Rureifel-Jülicher Börde nur bei 22 Prozent. Im Vergleich: Das Siegerland/Sauerland hat 71 Prozent und ist damit die waldreichste Region in Nordrhein-Westfalen.

Bei den Aufnahmen wurden auch die unterschiedlichen Baumarten erfasst, ihr Alter und wie viel Totholz es gibt. „Für unser Gebiet haben wir einen Vorrat an 707.226 Kubikmeter. Viele Menschen wissen gar nicht, dass dieses tote Holz eine wichtige Naturschutzfunktion übernimmt“, erklärt Hecker.

Pilze zersetzen Totholz

So bietet es Unterschlupf für Fledermäuse und Insekten und wird gleichzeitig von Pilzen und Larven zersetzt. „Milliarden von Lebewesen sorgen dafür, dass Rinde und Holz wieder zu Humus werden“, sagt Hecker. Das sei auch der Grund, warum Totholz nicht einfach aus den Wäldern abtransportiert werde.

Das Laubholz dominiert in der Rureifel-Jülicher Börde mit 61 Prozent. Und etwas weniger als die Hälfte machen die Nadelbäume aus. Dabei gehört die Fichte zu der häufigsten Baumart (30 Prozent). Sie kommt vor allem in der Eifel vor. Bei den Laubbäumen (24 Prozent) sind es Birken, Weiden und Pappeln.

Der Großteil der 41.200 Hektar Waldfläche macht der Privatwald mit 37 Prozent aus. „Das sind Flächen von 700 Hektar bis zu 500 Quadratmetern“, sagt Hecker. 30 Prozent sind Gemeindewald, 29 Prozent gehören dem Land und vier Prozent Wald dem Bund, über den das Amt die Hoheit hat. Oft handelt es sich bei den Flächen um ehemalige Militärstützpunkte.

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