Der Urtyp des Eingeboren aus der Eifel im Dürener Komm

Von: Bruno Elberfeld
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Josef Hammerschmidt, der Bewohner einer kargen Region. Foto: bel

Düren. Wusstet Ihr, warum Moses mit seinen Leuten nicht in der Eifel war? Jupp Hammerschmidt, der Komödiant aus dem schönsten Dorf in der Eifel, aus Höfen, konnte es seinen Gästen im Dürener Komm verraten. „Die Eifel stand damals nicht auf dem Navi von Moses!“ So einfach ist das.

Doch bald bekam Hammerschmidt die Kurve zu seinem Lieblingsthema: Die Eifel, karg und mit vielen Steinen gesegnet, und mitten drin wortkarg, stummer als der Papagei auf der Schulter – der Eifeler. Hammerschmidt ging chronologisch vor. Er beschrieb die Wege der Schmuggler in der Nachkriegszeit, ließ diese Männer vor den Augen des Publikums mit ihren weiten Hosenbeinen erscheinen, immer auf der Hut vor den „bösen“ Zöllnern. Die Hosenbeine waren bei den Aktivitäten zwischen Belgien und Sankt Mokka in Schmidt schwer, fassten sie doch etwa einen halben Zentner Kaffeebohnen.

Der Philosoph mit den langen Haaren, Richard David Precht, habe den Urtyp des Eifeler Eingeborenen in einem populären Buch treffend beschrieben: „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“ Doch auch dieser Denker, so Hammerschmidt, habe auf diese Frage keine schlüssige Antwort gefunden.

Zum immer wiederkehrenden Thema machte der Comedian das Verhältnis von Bewohnern aus Höfen und dem Nachbarort Kalterherberg. Uneingeweihte können einen Vergleich mit den Beziehungen zwischen Köln und Düsseldorf ziehen, meist nicht ernst gemeint.

Und dann die Kindheit Hammerschmidts. Zwei Jungen und 15 Mädchen waren sie zu Hause. Nur er und sein Bruder mussten Johannisbeeren „frisseln“ (pflücken). Die Schwestern brauchten das nicht. Auch bei Tante Mathildchen mussten sich die Brüder unter die Sträucher wälzen. Das wäre nicht anders gegangen, meinte der Künstler, denn die Tante habe einen Hintern gehabt wie das Pferd, das zu Sankt Martin den Mantelteiler transportieren musste.

Jupp Hammerschmidts Vortrag zeigte eine gute Beobachtungsgabe. Die „Pluderböller“ der jungen Frauen in der Eifel ließ Sex nur im Dunkeln zu. Die Namen der Protagonisten sagten viel über deren Charakter und ihre Tätigkeiten aus. Sehr ausführlich ging Hammerschmidt auf die jährliche Schlachtung des nachbarlichen Schweins ein. Aufgelockert wurde der Vortrag von Gedichten und Liedern, durch das gekonnte Schlüpfen in verschiedene Rollen, allesamt Gelegenheiten, die die Männer und Frauen zu Beifall und spontanem Lachen animierten.

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