Der Tod, das Unvermeidliche

Von: Bruno Elberfeld
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Katia Franke und Fedor Volkov beeindruckten die Menschen im Atelierhaus „treppauf treppab” mit Geschichten und Musik über Sterben und Tod. Foto: bel

Heimbach. Der Tod ist nicht unbedingt „ein Meister aus Deutschland”, einem Land voller trauriger Menschen, die Leid, Tod und Sterben über sich und andere herauf beschwören.

Sterben und Tod können Trauer verursachen mit einem subtilen Lächeln hinter den Augen, wenn dieser Weg, den alles Leben gehen muss, auf eine natürliche Weise eintritt: Dann, wenn man sein Leben gelebt hat, ist es Zeit zum Abtreten aus dem Diesseits.

„Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!”, Johannes Mario Simmel schrieb diesen Roman 1969 noch unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs.

Katia Franke und Fedor Volkov unternahmen es im Atelierhaus „treppauf treppab”, dieses Thema in Wort und Musik umzusetzen. Vor vollem Haus, angesichts der „Mutter Erde” von Hausherrin Luise Kött-Gärtner, einer Bronzeplastik in Muschelform, die Leben und Tod, Geburt und Sterben zeigt, erzählte Katia Franke in 15 Kapiteln leise, berührende Geschichten, die das Unvermeidliche, den Tod, im Dasein eines jeden Lebewesens etwas mehr akzeptieren lässt.

Da unterhalten sich Zwillinge im Mutterleib, ob überhaupt eine Mutter existiert. Philosophische Fragen nach der Herkunft des Menschen und dem „Sein an sich” werden gestellt.

Jeder muss den Weg allein gehen, begleitet von einer liebevollen Umgebung. Gerät die Welt aus den Fugen, ist die natürliche Ordnung gestört, reagieren Menschen nur noch - wie Marionetten gesteuert - auf die Zwänge ihrer Umgebung, dann tritt der Tod gewaltsam ein.

Doch die meisten Geschichten, die Katia Franke vortrug, spiegelten sich auf den Gesichtern der Menschen überwiegend in einer stillen Fröhlichkeit wieder. Niemand verließ vorzeitig den Raum, alle blieben bis zum Schluss, eben weil Tod so fröhlich sein kann.

Besonders anrührend die Geschichte der kleinen Mädchen, die ihren geliebten Opa verlieren. Die Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald bleibt zum Todeszeitpunkt des alten Herren stehen. Oder die lustige Geschichte über den Tod eines Goldhamsters, der mit Würde in der Weihnachtsverpackung eines bekannten Parfümerieladens im Garten begraben wird.

Der Tote aber ist plötzlich wieder da: Man hatte einen seiner 15 Geschwister mit gleichen Aussehen begraben, eine Verwechslungskomödie, die die Menschen zum Lachen brachte. Katia Franke verstand es mit einer variablen, empathischen Erzählstimme, den Menschen Sterben und Tod als etwas Normales zu präsentieren. Mit ihrer klaren Liedstimme lockerte sie, begleitet von Fedor Volkov an der Gitarre, das Programm auf. Was würde passieren, wenn es keinen Tod mehr gäbe? Chaos auf der ganzen Welt, ein unterbeschäftigter Petrus, ein gelangweilter Teufel, die beide vergeblich auf Nachschub warten.
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