Der Tanz auf dem Meiler

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
meilerbild-drei
Keine Frage ist ihm lästig: Gerd Linden erklärte jeden Besucher, der ihn fragte, über seinen Holzkohlemeiler im Wald bei Düttling auf. Foto: Sistemich

Düttling. „Und wir tanzen weiter auf dem Vulkan” sang Günther Hochgürtel, Frontmann der Mundart-Rockband „Wibbelstetz”, am Samstagabend zum Auftakt ihres dreistündigen Konzertes am Holzkohlemeiler in Düttling.

Gut 150 Fans rockten mit den Jungs aus der Eifel. Was vielleicht etliche nicht wussten: Zwar nicht auf dem Vulkan, aber auf dem Meiler war einige Tage zuvor getanzt worden.

Köhlermeister Gerd Linden bat seine Ehefrau Elke zum Tanz auf dem Hügel in gut drei Meter Höhe und 1000 Grad unter den Füßen. Selbst die älteste Einwohnerin des kleinsten Heimbacher Stadtteiles ließ sich von Linden zum Tanz verführen. Inge Schmitz-Schönemann, 85 Jahre alt, vertraute dem Landwirtschaftsmeister des Freilichtmuseums Kommern voll und ganz.

Der hatte mit seinen Köhlerbunden und Söhnen Daniel und Markus nach der ersten Nachtwache eine kritische Situation am Meiler zu überstehen. Bei einer enormen Verpuffung flogen bei ersten Tageslicht Meilerasche und Grassoden, die für eine luftdichte Abdeckung sorgen sollen, aber auch Holzscheite meterweit fort.

Ein zehn Quadratmeter großes Loch entstand. „Die Verpuffung war so laut, dass es eine Zeitlang mucksmäusschenstill. Kein Vogel zwitscherte mehr”, wusste Linden zu berichten. Schnell deckten er und seine Söhne die freie Stelle wieder luftdicht zu, verhinderten, dass der Meiler in Brand geriet. Der entwickelte sich in den vergangenen Tage zu einem Anziehungspunkt.

Pfingstsonntag waren mindestens 1500 Besucher gekommen, und selbst an den kalten und regnerischen Abenden fanden sich in der vergangenen Woche bis zu 70 Besucher pro Abend ein, die den Köhlern bei ihrer Arbeit zuschauten, teilweise sogar bis in die frühen Morgenstunden mit Vater und Söhnen alle zwei Stunden nach dem Meiler schauten.

Am Montag ist es nun soweit: Gerd, Daniel und Markus Linden wollen den Meiler öffnen und die erste Holzkohle herausholen. 24 Stunden muss sie abkühlen, dann kann sie in Säcke verfüllt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert