Der Tagebau liefert die Inspiration zu den „Erdzeichen“

Von: heb
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Giordano Pagano (HöhenArt), Künstler Horst W. Schnitzler, Laudatorin Dr. Iris Nestler, Angelika Schels-Bernards (Kulturwissenschaftlerin am Junkerhaus) und Franz Tiedtke (Geschäftsführer des Junkerhauses). Foto: Hendrik Buch

Simonskall. Es sind keine aufdringlichen Kunstwerke, die sich dem Betrachter beim Betreten der Ausstellungsräume im Junkerhaus präsentieren. Die Dominanz der Bilder liegt vor allem im Detail. „Es ist das Spiel mit Linie und Fläche, es ist das Werk ohne echtes Zentrum, das den Fokus auf Teilstücke lenkt“, bringt Kunsthistorikerin Dr. Iris Nestler die Faszination von Horst W. Schnitzlers Kunst bei ihrer Laudatio auf den Punkt.

Seit nunmehr fünf Jahren beschäftigt sich der Dürener Künstler mit dem Thema Erde. Eine Zeit ständiger Weiterentwicklung. Die Inspiration für die „Erdzeichen“ fand der in Schophoven lebende Künstler am Tagebau.

Einmalige Strukturen

„Diese einmaligen Strukturen haben meine Kreativität sofort in Gang gesetzt“, erinnert sich der Maler, Zeichner und Bildhauer, „diesen gewaltigen Anblick möchte ich gerne mit anderen Augen vermitteln.“ In der durch den Menschen gezeichneten Urgewalt der Erde sieht auch die Laudatorin eine wesentliche Stärke der Bilder: „In den verschiedenen Erdschichten wird das Überzeitliche, wird die Energie der Erde sichtbar“, führt die Kunsthistorikerin aus, „gleichzeitig sind es Furchen und Verletzungen durch den Menschen. Ein Zeichen in der Natur: ein Erdzeichen.“

Das Detail erreicht Schnitzler durch die Verwendung von Fotografie, welche er auf seine Tragflächen projiziert. Es folgt eine akribische Überzeichnung mit Pastellkreide. Die Farbwahl ist gedeckt: Die Farben Grau, Blau, Braun, Ocker und Weiß spiegeln die Töne des Tagebaus wider, ziehen sich aber auch schon seit Jahrzehnten durch die Werke des Künstlers.

Ein weiteres Markenzeichen Schnitzlers ist das Spiel mit den Dimensionen. Durch gebogene Tragflächen möchte er seine Fachgebiete Malerei, Zeichnung und Bildhauerei miteinander verbinden. Die gebogenen Kunstwerke sollen den Raum erfahrbar machen und den Betrachter dazu zwingen, die Motive weiterzudenken.

„Mit das Beste“

Besonders begeistert von der Ausstellung zeigten sich auch der Geschäftsführer des Hauses, Franz Tiedtke, und der stellvertretende Vorsitzende des Kulturvereins HöhenArt, Giordano Pagano, bei der Begrüßung.

„Diese Ausstellung ist mit das Beste, was wir hier in vielen Jahren präsentieren durften“, freut sich Franz Tiedtke. Paganos Lob richtet sich vor allem an Horst W. Schnitzler, welcher seine Kunst schon von Paris bis Moskau ausstellte: „Es freut uns sehr, einen derartig namhaften Aussteller hier bei uns begrüßen zu dürfen.“

Bewundern kann man die „Erdzeichen“ im Eifel-Idyll noch bis zum 23. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten.

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