Der Steinkauz verzögert Bau der Senioren-WGs

Von: Jörg Abels
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Die Awo-Bezirksvorsitzende Beate Ruland und Bürgermeister Hermann Heuser werfen einen Blick auf die Baupläne, die die Awo auf dem dahinterliegenden Grundstück an der Mittelstraße realisieren will. Foto: Abels

Huchem-Stammeln. Die Baugenehmigung liegt längst vor, das Grundstück hat die Gemeinde für rund 220.000 Euro auch bereits ans Kanal- und Straßensystem angeschlossen, Ausgleichsflächen sind angelegt: Prinzipiell könnte die Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) schon morgen mit dem Bau von bis zu drei ebenerdigen Wohngemeinschaftshäusern für Senioren an der Mittelstraße in Huchem-Stammeln beginnen.

Ein Steinkauzvorkommen auf einer angrenzenden Obstwiese aber hat nicht nur dafür gesorgt, dass im Vorfeld bereits Weißdornhecken und Obstbäume angepflanzt werden mussten, sondern auch dafür, dass für den Bau des Drei-Millionen-Euro-Projekts nur ein Zeitfenster von Oktober bis April genutzt werden darf. Dies jedoch kommt der Awo derzeit nicht einmal ungelegen, betont Geschäftsführungsmitglied Peter Barbeln, wird doch bis zum Herbst auch noch die Neufassung des Wohn- und Teilhabegesetzes erwartet, das Auswirkungen auf die Baupläne haben könnte.

Mit den Wohngemeinschaftshäusern will die Awo den Senioren eine barrierefreie Alternative zum Verbleib im eigenen Haus oder der bisher genutzten Wohnung bieten mit der Möglichkeit, die eine oder andere Dienstleistung buchen zu können, zum Beispiel das Mittagessen im benachbarten Seniorenzentrum. Auch eine pflegerische Versorgung über einen ambulanten Dienst steht bei Bedarf zur Verfügung, erklärt Barbeln.

Die jeweils mit einem barrierefreiem Bad und einer kleinen Terrasse ausgestatteten Zimmer sind mit 30 oder 38 Quadratmetern deutlich größer als die im Seniorenzentrum. Gleichzeitig werden die Häuser über große Gemeinschaftsbereiche verfügen, „ideal für zum Beispiel eine Gruppe älterer, alleinstehender Frauen, die gemeinsam ihren Lebensabend verbringen und ein Haus gemeinsam bewirtschaften wollen“, erklärt Peter Barbeln den WG-Charakter und kündigt Informationsabende gerade auch zu diesem Thema an.

Wer sich nicht in die „eigenen vier Wände“ zurückziehen möchte, kann in der Wohnküche, im gemeinsamen Wohnzimmer oder auf den Gemeinschaftsterrassen Unterhaltung suchen. Die Reinigung der Außenanlagen und der Allgemeinflächen wird den Mietern ebenso abgenommen wie die Pflege der Außenanlagen. Allerdings wird die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen auf den Mietpreis umgelegt. Barbeln spricht von einem Quadratmeterpreis, der sich wahrscheinlich bei zehn bis elf Euro bewegen wird, ohne Nebenkosten und zusätzlich benötigte Dienstleistungen.

Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser sprach gestern bei der offiziellen Vorstellung von einem „zukunftsweisenden Projekt“, das älteren Mitbürgern ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter ermögliche. Daher habe die Gemeinde auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, die vorhandenen Probleme rund um den Grundstückserwerb und in Verbindung mit dem Steinkauzvorkommen aus dem Weg zu räumen.

Das Interesse an den Zimmern sei schon jetzt vorhanden, betonten die Awo-Vertreter. In einem ersten Abschnitt soll nun nach Möglichkeit bereits im Oktober mit dem Bau der ersten Häuser mit 18 Zimmern begonnen werden. Ein drittes soll folgen, wenn weiterer Bedarf vorhanden ist.

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