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Der Schultag beginnt am Frühstückstisch

Von: Stephan Johnen
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An jedem Schultag können sich die Rölsdorfer Grundschüler im Betreuungsraum der OGS für den Unterricht stärken. Foto: Stephan Johnen

Düren. Frühes Aufstehen kann sich lohnen: Lange vor dem Beginn des Unterrichts brennt in der Nikolaus-Grundschule schon Licht, in den Betreuungsräumen des „Offenen Ganztags“ herrscht kurz nach 7 Uhr reger Betrieb. An Schultagen haben die Schüler die Möglichkeit, vor Beginn des Unterrichts von 7.15 bis 8.15 Uhr zu frühstücken und sich Pausenbrote zu schmieren.

Etwa 20 Kinder nehmen dieses Angebot regelmäßig an, Tendenz steigend. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und die Schule haben das Projekt zu Beginn des neuen Schuljahres gestartet. Das Thema gesunde Ernährung soll auf diese Weise von der reinen Theorie im Unterricht zur täglichen Praxis werden – und die Projektpartner tragen auch dem Umstand Rechnung, dass ein gemeinsames Frühstück im Kreis der Familie „nicht immer selbstverständlich ist“.

„Zeit ist für viele Eltern ein Faktor, gerade für Alleinerziehende“, mutmaßt Skf-Fachberaterin Petra Scholl-Janster. Das am Küchentisch für die Kinder geschmierte Butterbrot sei nicht der Standard, weit verbreitet seien mittlerweile fertige Snacks oder abgepackte Backwaren. Für 50 Cent pro Tag oder 8,50 Euro im Monat können die Kinder nun unter Anleitung Brote schmieren, Rohkost schnibbeln und in der Gemeinschaft frühstücken. „Vor Beginn des Projektes standen viele Kinder auch schon um 7 Uhr auf dem Schulhof herum“, berichtet Rektorin Stephanie Tscharnke. Das Projekt, das bei Kindern und Eltern ein Bewusstsein für gesunde Ernährung wecken soll, wertet sie als vollen Erfolg. Bis Ende Januar gibt es Fördermittel aus dem Dürener Kinderfonds (siehe „Zwei Fragen an“), ein Folgeantrag ist gestellt. Die Eltern sollen stärker einbezogen werden.

„Das Leben ist nicht immer nur heile Welt“, geht Skf-Geschäftsführer Ulrich Lennartz auf die gesellschaftliche Realität ein. Es gehe nicht darum, manche Eltern zu belehren oder Vorwürfe zu erheben, warum morgens nicht gemeinsam gefrühstückt werde. „Unsere Aufgabe ist es, Angebote zu machen“, sagt er. Angebote, die jedes Kind annehmen kann, von denen jedes Kind profitieren könne.

Mit einem täglichen Angebot hat die Rölsdorfer Grundschule in Düren Neuland betreten. An anderen Schulen sind spezielle Tage mit gesundem Frühstück allerdings ebenfalls fest im Schulleben verankert. „Das Heranführen der Kinder an gesunde Nahrung wird immer wichtiger“, unterstreicht Andrea Maaßen, Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule Derichsweiler. Seit vielen Jahren findet immer donnerstags das von Eltern und Schülern zubereitete Schulfrühstück statt. Solche Frühstückstage gibt es beispielsweise auch in der Katholischen Grundschule Birkesdorf, am Standort Embken des Schulverbundes Nideggen-Embken und an beiden Standorten der Grundschule Vossenack/Bergstein. „Wir haben schon erlebt, dass Eltern ihren Kindern eine Tüte Chips mit auf den Weg gegeben haben“, berichtet Rektor Reinhold Kraft aus der Gemeinde Hürtgenwald. Neben dem Aspekt der Wissensvermittlung, was gesunde Ernährung ausmacht, legt auch Reinhold Kraft viel Wert auf ein Essen in der Gemeinschaft.

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