Düren - Der „Schmucke Prinz“ in Dauerschleife

Der „Schmucke Prinz“ in Dauerschleife

Von: Kevin Teichmann
Letzte Aktualisierung:
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Unterwegs mit dem Musikzug der „Grieläächer“-Schloßberggarde – von der Anzugkontrolle in der Prinzen-Hofburg bis zum Haus der Stadt. Die Musiker begleiten das Dürener Prinzenpaar in der laufenden Session zu rund 50 Auftritten. Foto: Teichmann
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Unterwegs mit dem Musikzug der „Grieläächer“-Schloßberggarde – von der Anzugkontrolle in der Prinzen-Hofburg bis zum Haus der Stadt. Die Musiker begleiten das Dürener Prinzenpaar in der laufenden Session zu rund 50 Auftritten. Foto: Teichmann
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Unterwegs mit dem Musikzug der „Grieläächer“-Schloßberggarde – von der Anzugkontrolle in der Prinzen-Hofburg bis zum Haus der Stadt. Die Musiker begleiten das Dürener Prinzenpaar in der laufenden Session zu rund 50 Auftritten. Foto: Teichmann
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Unterwegs mit dem Musikzug der „Grieläächer“-Schloßberggarde – von der Anzugkontrolle in der Prinzen-Hofburg bis zum Haus der Stadt. Die Musiker begleiten das Dürener Prinzenpaar in der laufenden Session zu rund 50 Auftritten. Foto: Teichmann

Düren. „Puuh, hier ist ja mehr Betrieb als in Kölle auf der Aachener Straße“, flucht Ingo Hannes. Das Be- und Entladen auf der Josef-Schregel-Straße hatte sich der Kommandant des Schloßberggarde-Musikzuges der KG „Grieläächer“ Birkesdorf unaufgeregter vorgestellt.

19.45 Uhr am Freitagabend. Die Frequenz der vorbeifahrenden Fahrzeuge erinnert eher an die B 56 zur Hauptverkehrszeit. Kaum ein Autofahrer zeigt Verständnis. Endlich bleibt ein Fahrzeug stehen. Hannes und seine Schützlinge können die Instrumente in die Ladeluke des Busses einräumen.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Musiker ihren ersten Auftritt bereits hinter sich. Sie begleiten im zweiten Jahr in Folge den Dürener Karnevalsprinzen. Eine ehrenvolle, aber auch anstrengende Aufgabe – das wird im Laufe des Abends klar.

Drehen wir die Uhren auf 19 Uhr zurück. „Wir haben heute Abend drei Auftritte“, sagt Trommler Hannes. Versammelt hat sich der 42-Jährige mit seiner Truppe vor Dürens Posthotel, wo die „Narrenzunft“ feiert. Im kleinen Saal ist kaum Platz, um gemeinsam einmarschieren zu können. Durch den Vordereingang unfallfrei? Keine Chance! Eine kreative Lösung muss her. „Durch den Keller. An Kegelbahn und Kühlraum vorbei. Und durch die Hintertür.“ So lautet Hannes‘ Plan, der aufgeht.

Nach dem ersten Aufmarsch geht es gemeinsam aber zunächst zur Prinzen-Hochburg – der nächste Auftritt ist erst für 22 Uhr geplant. Stammquartier ist unter Gerd II. und Christiane I. (Schavier) das Brauhaus „Zum Franziskaner“. Prinzenpaar und Gefolge nehmen mit dem Musikzug gleich ein gutes Drittel der Räume ein. Plötzlich ertönt ein schriller Pfiff. Spies Antje Savelsberg ruft laut zum Kleiderappell auf. Alle Musikzug-Mitglieder müssen sich zur Kleiderkontrolle aufstellen.

„Schwarze Schuhe. Weiße Socken. Und noch so einige andere Besonderheiten“, macht die 48-Jährige deutlich, worauf es ankommt. Und schon beim zweiten Paar Füße wird sie fündig. Arno Lüssem hat – mal wieder – schwarze Socken angezogen. Lüssem (58) ist schon seit 43 Jahren mit dabei, kennt die Kleiderordnung selbstredend in- und auswendig. „Das ist für mich eine Prinzipsache und irgendwo auch ein Spaß zwischen Antje und mir. Ich ziehe Socken immer in der Farbe meiner Schuhe an. Alles andere sieht doch nicht aus. Das weiß Antje natürlich“, sagt Lüssem und lacht. Er fügt augenzwinkernd an: „Da ich der Garde am Ende der Session immer eine Spende zukommen lasse, ziehe ich die Strafen einfach davon ab. Es kommt am Ende der gleiche Betrag in die Gemeinschaftskasse – so ist es eine schöne Spielerei.“

Da immer noch Zeit bis zur Weiterfahrt ist, wünscht sich der Prinz ein paar Musikstücke. In diesem Fall darf natürlich der „Schmucke Prinz“ nie fehlen. „Ach wär ich nur ein einzig Mal ein schmucker Prinz im Karneval.“ Und mir nichts dir nichts ist die „Pause“ auch schon vorbei.

Patrick Weisweiler am Mikro

Mit dem Bus geht es weiter nach Birgel. Die Bühne im Festzelt ist deutlich größer. Wieder spielt die Garde den „Schmucken Prinz“. Einmarsch, Reden, Ordensübergaben, Ausmarsch. Nun wird es hektisch. Schnell zum Bus und wieder zurück nach Düren. Die Abschlussveranstaltung an diesem Freitagabend ist die Sitzung der Heimat-KG des Prinzen. Die „Holzpoeze Jonge“ feiern im Haus der Stadt. Kaum dort angekommen, geht es auch schon auf die Bühne. Diesmal vor noch größerem Publikum – und der „Schmucke Prinz“ wird mindestens 27 Mal in Dauerschleife gespielt.

Zur Auflockerung spielt der Musikzug zwischendurch ein Bühnenprogramm. Patrick Weisweiler übernimmt den Gesang bei Stücken wie „Kölsche Jung“ (Brings), „Stääne“ (Klüngelköpp) und einem Kölsch-Medley. Dann der Ausmarsch. Nach 45 Minuten. „Am Ende tun die Lippen weh. Irgendwann fängt alles an zu kribbeln“, meint Posaunist Felix Croé erschöpft. Und Ingo Hannes fügt an: „Zum Schluss hin war es anstrengend und sehr warm auf der Bühne.“

Prinz Gerd II. aber lobt mit Recht: „Jeder kommende Prinz kann sich mit der Schlossberggarde zusammentun. Mit dieser Gruppe fährt man immer hundertprozentig.“

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