Der Reiz am Reizen: Sehbehinderte spielen Skat in zwölf Turnieren

Von: heb
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Blindenskat
Der Blindenskat bringt Deutschland an einen Tisch: Wolfgang Freudenberg (Dresden), Rolf Strychartz (Hamburg), Wilfried Schwellnuss (Moers), Klaus Zähringer (Düren). Foto: Buch

Düren. Skat ist für sie Leidenschaft. Das Altenburger Kartenspiel hat in Deutschland eine eigene Gemeinschaft sehbehinderter Spieler, die sich in zwölf Turnieren im Jahr zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaft aus der gesamten Republik versammeln.

Seit zehn Jahren ist das Integrations-Turnier von Klaus Zähringer aus Düren, an dem auch Nicht-Sehbehinderte teilnehmen können, ein fester Bestandteil im Blindenskat-Terminkalender des Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Zähringers Einladung lockt Spieler von Dresden bis Karlsruhe in die Region.

Auch hieß es wieder, nicht zu hoch reizen, sein Spiel durchbringen oder den Gegnern wertvolle Punkte schenken. Die stark Sehbehinderten bis vollblinden Spieler nutzen dabei spezielle Karten, auf denen Wert und Farbe tastbar sind, dazu wird jede Karte angesagt. Das bedeutet natürlich einen enormen kognitiven Aufwand, jedes Wort und jede Karte muss genau in Erinnerung bleiben. Eine Aufgabe, die die Skatspieler mit viel Erfahrung wettmachen und so oft weniger erfahrene Spieler ohne Handicap in die Tasche stecken. Dennoch waren es Spieler ohne Einschränkungen, welche die ersten drei Plätze unter sich ausmachten. Günter Bongarten entschied das Turnier mit 4163 erspielten Punkten vor Peter Pingen aus Gey (3940) und Inge Wagener (3486) für sich.

Als bester Spieler mit Handicap landete der vollblinde Hermann Kremer mit 3279 Punkten auf Rang Fünf. Für die Spieler bedeutete dies wertvolle Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im November. Zur Teilnahme dort hat es für Klaus Zähringer selbst noch nie gereicht. „Hinfahren werde ich trotzdem“, weiß der Dürener jetzt schon, „es geht ja auch um das Spiel und die Gemeinschaft.“ Um diese zu pflegen, ist 2017 ein besonderes Event geplant: Eine Woche Skat in Dresden, zwölfmal 48 Spiele – ein wahrer Skatmarathon.

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