Nideggen - Der Nideggener Rat stimmt für den Kletterwald am Rursee

Der Nideggener Rat stimmt für den Kletterwald am Rursee

Von: sis
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Die Diskussion um einen Kletterwald in Eschauel – unser Bild zeigt eine Anlage in Aachen – geht weiter Foto: Louise Blume

Nideggen. Der Nideggener Rat hat in seiner Sitzung am Dienstag in geheimer Abstimmung mit 13:12-Stimmen beschlossen, das Verfahren zur 7. Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) der Stadt Nideggen fortzusetzen. Das heißt mit anderen Worten: Das umstrittene Projekt Kletterwald bei Eschauel wird weiter verfolgt. Zunächst.

Eigentlich sollte das Vorhaben vorgestern zu Grabe getragen werden. Ein Antrag der CDU, die zu den Befürwortern des geplanten Tourismusangebotes am Rursee bei Schmidt gehört, sah dennoch vor, die FNP-Änderung zu stoppen. Denn: Offene Rechnungen der Investorin gegenüber der Stadt und eine Anzeige wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung wurden bekannt. So konnte sich die Union die Realisierung des Projektes nur noch schwer vorstellen.

Die offenen Rechnungen wurden allerdings bezahlt – und es tauchte ein Nideggener Geschäftsmann auf, der nach Auskunft des Initiativkreises „Pro Kletterwald“ eine finanzielle Bürgschaft für die weiteren Planungskosten übernommen habe, die im Zusammenhang mit der FNP-Änderung für die Investorin entstünden. Der Bürge schickte ungefähr eine Stunde vor Sitzungsbeginn am Dienstag eine E-Mail auch an Stadtverwaltung und Politiker, in der er mitteilte, für den Kletterpark 10.000 Euro an die Stadt überwiesen zu haben. Diesen Sachverhalt tat der Vorsitzende der Menschen für Nideggen (MfN), Erwin Fritsch, während der Sitzung öffentlich kund.

Das Geld liegt zwar auf einem städtischen Konto, für Stadtverwaltung und Politik taten sich aber zahlreiche Fragen auf. Von einem „Geschmäckle“ war unter anderem die Rede. Außerdem: Mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung hatte der Bürge persönlich noch keinen Kontakt aufgenommen. Ein Fachanwalt soll nun die rechtlichen Aspekte rund um diese Überweisung überprüfen.

In der kommenden Woche steht im Rat im nicht-öffentlichen Teil das Thema wieder an. Dann soll, so beantragt es die CDU, bis zu einem noch festzulegenden Datum der Bürge in einem Vertrag rechtssicher erklären, dass auf die Stadt in der Tat kein finanzieller Schaden zukommen könne. Würde diese Frist nicht eingehalten, hätte sich das Thema Kletterwald erledigt.

Im Übrigen ist vom Vorwurf der Insolvenzverschleppung keine Rede mehr. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat das Verfahren „wegen erwiesener Unschuld“ eingestellt, wie sie auf Anfrage mitteilte.

 

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