Der neue Vikar lebt zwischen Pfarre und Hochschule

Von: Christoph Hahn
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Sinnbild des Osterglaubens: Just in der Zeit nach dem hohen christlichen Fest beginnt Dr. Christian Blumenthal (hier an der Heilig-Grab-Gruppe in der alten Kirche St. Clemens) den Dienst als Pfarrvikar in seinem Heimatstädtchen Heimbach und in den Dörfern ringsum. Foto: Hahn

Heimbach. Moderne Klamotten, hochgegelte Haare und kurzer Bart – an Christian Blumenthal (34) wirkt nichts anders als bei vielen Männern seiner Generation. Trotzdem fällt der Rureifeler mit dem Doktortitel vor dem Namen etwas aus dem Rahmen des Üblichen heraus – durch seinen Beruf. Denn erstens ist er Theologe und zweitens katholischer Priester.

Was noch unüblicher ist: Jetzt arbeitet er dort, wo er aufgewachsen ist. Christian Blumenthal ist seit 1. April für zwei Jahre Pfarrvikar in Heimbach und steht in dieser Eigenschaft Pfarrer Hans Doncks, der unlängst zum Regionaldekan für die Bistumsregion gewählt wurde, und seinem Amtsbruder Kurt Josef Wecker zur Seite. Auch in den nördlich gelegenen Nideggener Kirchen, die von den drei Heimbacher Seelsorgern zusammen mit Dürener „Kollegen“ betreut werden, ist der Abiturient (1999) des Schleidener Clara-Fey-Gymnasiums tätig und hat bereits die Erstkommunikanten von Schmidt auf ihren großen Tag vorbereitet.

Ganz weg von Heimbach war Christian Blumenthal im Grunde nie. Zwar hat der in Bonn und Rom studiert, Seminare und Vorträge gehalten – aber zum Elternhaus am Eichelberg, im dem der Geistliche eine eigene Wohnung hat, ist er immer wieder zurückgekehrt, auch als er – wie bis vor kurzer Zeit – Kaplan in Dülken am Niederrhein war.

Dass Blumenthal gerade jetzt in sein Heimatstädtchen zurückgekehrt ist, hängt indes mit einem weiteren Lebensziel zusammen: Der Theologe strebt die Habilitation, die akademische Lehrbefähigung, an. Bevor er in rund zwei Jahren sich Privatdozent und später Professor nennen kann, muss er zwei Jahre lang an einer Studie schreiben und feilen. Sein Fachgebiet ist dabei die Bibel, genauer: das Neue Testament und darin das Markus-Evangelium und die Apostelgeschichte.

Dass Blumenthal dabei gleichzeitig Pflichten als Seelsorger nachkommen muss, ist ihm mehr als recht. Er betrachtet es als Aufgabe, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse „so in Sprache zu bringen, dass die Leute das verstehen“.

Der Gottesmann begreift sich als Vermittler zwischen der Welt in der Universität und der Realität um ihn herum: „Ich will das aus der Hochschule mit in die Pfarre und die Fragen aus der Pfarre in die Hochschule.“ Ihn kennzeichnet eine wissenschaftlich gebändigte Abenteuerlust: „Wo steckt was Neues drin?“, gehört zu seinen Leitfragen.

Ein langer Atem ist gefragt, denn: „Wenn ich nahe an den Text herangehe, wird Vieles zuerst einmal unklar.“ Ein wichtiges Werkzeug sei die Kenntnis klassischer Sprachen wie Latein und Griechisch: „Die Sprachen muss man haben, weil man sonst an der Übersetzung klebt.“ Große Offenheit charakterisiert den 2007 geweihten Priester außerdem. Ein Mann eilfertiger Gewissheiten scheint Christian Blumenthal auf keinen Fall zu sein, bekennt er doch: „Glauben und Zweifel sind im biblischen Denken zwei gegensätzliche Bewegungen auf Gott zu.“

Und weiter: „Was mir am Herzen liegt, ist, das Wechselspiel von Vielfalt und Einheit hinzubekommen.“ Die moderne Salvatorkirche, in der Heimbacher Wallfahrtssaison ein Ziel vieler Pilger, ist ihm im Übrigen eine geistliche Heimat – nicht nur, weil er hier quasi zum Einstieg in seine neue Tätigkeit mit den versammelten Gläubigen die Osternacht gefeiert hat. Die „österliche Theologie“ des langjährigen Ortspfarrers Josef Olivier – auch die hat seinen Wunsch, Priester und Theologe zu werden, beeinflusst.

Ganz modern ist Christian Blumenthal auch, wenn es um die Gestaltung seiner Freizeit geht. Dann nämlich treibt er gerne Sport beim Schwimmen in der Füssenicher Therme „Zikkurat“.

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