10 Prozent weniger Autos bis 2027 in Düren: Ziel von Benjamin Raßmanns

Der Mann, der die Mobilität in Düren managen soll

Von: Carsten Rose
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Dürens Mobilitätsmanager fährt selbst meist Rad: Benjamin Raßmanns, hier im ausgebauten Fahrradabstellkäfig an der VHS, ist derjenige, der Klimaschutz- und Mobilitätskonzepte umsetzen soll. Foto: Rose

Düren. Die erste Antwort, die Benjamin Raßmanns gibt, als es im Gespräch um seinen Job als Mobilitätsmanager der Stadt Düren geht, klingt ernüchternd – für Autofahrer. „Stau zu den Spitzenzeiten wird es höchstwahrscheinlich immer geben“, sagt Raßmanns, 29, über die Hauptverkehrsader B56 und deren Verlängerungsstraßen in Düren.

Der Verkehr ist Raßmanns Spezialgebiet. Dafür hat er gerade erst eine Fortbildung des Landes NRW absolviert, um sich eben Mobilitätsmanager nennen zu dürfen. Raßmann kann Düren in naher Zukunft nicht zur staufreien Zone entwickeln, aber er will mit verschiedenen Ideen ein großes Ziel erreichen: in zehn Jahren zehn Prozent weniger Autos auf Dürens Straßen. „Das ist sehr ambitioniert, aber wenn man sich seine Ziele nicht hoch steckt, geht man auch nicht mit dem nötigen Willen daran“, sagt Raßmanns.

Seit Mitte 2014 arbeitet der Dürener für die Stadt, sitzt im Amt für Stadtenwicklung in der Abteilung Umwelt. Mobilitätsmanager ist er nebenbei. Für den Normalbürger wird seine Arbeit nun sichtbarer. Was Raßmanns im Großen und Ganzen macht, lässt sich so beschreiben: Er ist derjenige, der in Düren das sogenannte Klimaschutz-Teilkonzept Mobilität und die Förderprogramme von Bund und Land für die sogenannte Verkehrswende umsetzen soll.

Im Detail: Fahrräder zum Beispiel sollen bei der künftigen Stadtplanung stärker berücksichtigt werden. Etwa in Form von Abstellmöglichkeiten; an der VHS wurden jüngst die Stellplätze für städtische Mitarbeiter von 18 auf 58 erhöht.

Außerdem soll die Verkehrserziehung an Schulen vorangetrieben werden. Das Projekt „Verkehrszähmer“ ist ein Beispiel, das im kommenden Jahr anlaufen soll. „Wir müssen vor allem die , Elterntaxis‘ reduzieren. Viele Eltern würden ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren. Das ist schlecht für Verkehr, Umwelt und Sicherheit“, sagt Raßmanns. „Wir wollen, dass wieder mehr Kinder sicher zu Fuß zur Schule gehen. Wer immer nur im Auto sitzt, nimmt den Verkehr anders wahr.“

Pädagogische Ansätze

Raßmanns Job hat also auch pädagogische Ansätze, und er sagt, dass die Schulen mit dem Thema eher auf die Stadt zukommen als andersherum.

Wie beim„Pendlerportal“ arbeitet die Stadt auch mit Betrieben zusammen. Die Verwaltung will und muss daher auch mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass sie Verkehr reduzieren und umwelttechnisch umdenken will. Raßmanns: „Wir wollen Anfang des kommenden Jahres das Jobticket in der Politik noch einmal beraten lassen. Auch bei der Stadtverwaltung sollen mehr Kollegen auf Bus und Bahn umsteigen.“

Der Mobilitätsmanager selbst wohnt mit seiner Familie in Kufferath und fährt die acht Kilometer in der Regel mit dem Rad zur Arbeit. So braucht die Familie kein zweites Auto, und ein Parkplatz sei in der Stadt ohnehin zu teuer. Und: Meistens würden die Parkplatzsuche und der Fußweg danach den zeitlichen Vorteil gegenüber dem Fahrrad wieder wettmachen.

Abgesehen vom ambitionierten Zehn-Jahres-Ziel bei der Pkw-Reduzierung hofft Benjamin Raßmanns, dass die „Sharing-Kultur“, also in diesem Fall das Teilen von Autos oder Fahrrädern, in Mittelstädten wie Düren selbstverständlich wird.

Das Oberthema Mobilität werde die Bürger schließlich noch länger politisch und medial beschäftigen. Die Diesel-Affäre sei noch nicht abgehakt, und auch die schlechten Luftwerte an der Euskirchener Straße seien noch nicht ausdiskutiert.

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