„Der Letzte macht dat Licht aus” sorgt für Lachsalven im Haus der Stadt

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
Herbert Knebel und seinem Affe
Herbert Knebel und seinem Affentheater geht das Licht noch lange nicht aus. Foto: bel

Düren. Rockig-lauter Auftakt aus dem Off. Dann der Auftritt Herbert Knebels und seiner Mannschaft. Stürmischer Empfang, dann besinnliche Worte zur Einleitung: „Und Gott sprach: Es werde Licht und es ward Licht.”

Sätze aus der Bibel wurden von Sätzen deutscher Dichterfürsten abgelöst: „Nun steh ich hier, ich armer Tor, und bin so klug noch wie zuvor.” Herbert Knebel und seine Affenbande zogen alle Register, um die Gäste auf ihr neues Programm „Der Letzte macht dat Licht aus” einzustimmen.

Zwischenruf eines Knebel-Kollegen: „Vom Ausmachen steht in der Bibel aber nichts drin!” Wie wahr. Wer bei der Überschrift des neuen Programms heraushören wollte, dass bei Knebel das „Licht ausgehe”, lag falsch. Herbert Knebels Affentheater bewies auf der Bühne im Haus der Stadt, dass da selbst beim 12. Programm immer noch etwas Neues dabei ist. Von Müdigkeit der Kreativen gab es keine Spur.

Zu den Worten passend gab es natürlich Rock vom Feinsten. Die Texte sind neu, die Melodien stammen von bekannten Gruppen. Zur fetzigen Musik tanzten sie, allen voran Herbert Knebel, der seine schlanken Beine warf und die Hose um seinen Allerwertesten schlenkern ließ, dass es eine Freude war. Immer wieder gab es akrobatische Sprungeinlagen. Vom Publikum mit großem Beifall bedacht wurden die Besuche Knebels in einem modernen „Caféshop”: „Kaffee tall, large oder extra large?”, fragt die Bedienung. Herbert, den sein Kaffeedurst beinahe umbringt, versteht nur noch Bahnhof. Welche Geschmacksrichtungen? Vanille oder Haselnuss und noch viele andere? Dabei will der Mann vor der Theke nur einen gewöhnlichen braunen Kaffee. Herbert Knebel gibt auf und bekommt im Laden gegenüber seinen Kaffee, der nach Kaffee schmeckt.

Die Kommentare der vier Herren auf der Bühne zur Vergänglichkeit der Mode kamen ebenfalls sehr gut an. „Du kannst nicht immer 70 sein, einmal wirst du 80 sein.” Es gab alte Musikschätzchen, die von Knebel mit eigenen Worten gefüllt wurden. Auch der direkte Kontakt zum Publikum wurde hergestellt. „Wie alt sind Sie?”, fragt der Entertainer jemanden in den vorderen Reihen. Die Antwort: „Siebzig!” Kommentar: „Respekt! Ich hab Sie für achtzig gehalten.”

Auch die vergangenen Urlaube der Akteure verursachten Lachsalven - ob im Sauerland oder mit dem alten Skoda in Italien, lustig war es allemal. Doch für Herbert Knebel ist es am Hauptbahnhof Essen am schönsten. Dort ist für ihn Heimat. „Ich geh oft zum Bahnhof in Essen, schau mir die Züge an und lass dann einen fahren”, beschreibt er. Ob das Licht ausgeht? Für Knebel und sein Affentheater noch lange nicht.
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