Düren - Der Landrat und seine Vision: Profifußball mit dem 1. FC Düren?

Der Landrat und seine Vision: Profifußball mit dem 1. FC Düren?

Von: Franz Sistemich
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Heißt es Abschied nehmen, zwar nicht vom Franz-Josef-Keimes-Sportpark, aber vom Namen FC 08 Düren-Niederau? Der FCN will seine Fußballabteilungen ausgliedern und in den neuzugründenden Verein 1. FC Düren einbringen, die Keimzelle für einen Profi-Fußball in Düren. Foto: Abels
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Fotos: Abels Foto: Sistemich

Düren. Heinz Müller, ein Urgestein des Fußballs in Niederau, sagte am Montagabend: „Dieser Schritt ist schon emotional schwer zu verkraften. Aber er ist wohl alternativlos.“ Bernd Lennartz, der Trainer des Landesligisten FC Düren-Niederau, nickte zustimmend.

Und Ingo Müller, der Jugendleiter des Klubs aus dem Dürener Stadtteil meinte: „Es ist ja nicht so, dass wir sofort ‚super‘ gerufen haben. Wir haben lange gesprochen, und es ist uns schon schwergefallen.“

Was ist den drei Vertretern des FC Düren-Niederau schwergefallen?

Am 29. November sollen die Mitglieder des Vereins über die Ausgliederung der Fußballabteilung beschließen. Hauptvereins-Vorsitzender Rainer Krosch, Fußball-Abteilungsleiter Karl-Heinz Harzheim und Ingo Müller gehen davon aus, dass die Mitglieder dem Vorschlag der Vereinsgremien mit großer Mehrheit folgen. Denn dieser Vorschlag hat das Ziel, die Fußballer in einem neuzugründenden Verein ab der Spielzeit 2018/2019 kicken zu lassen. Der Name des neuen Vereins: 1. FC Düren.

Die Vision: in Stadt und Kreis den Profi-Fußball zu etablieren. Kurzfristig soll der Verein unter dem Motto „Der 1. FC Düren: Einer für den Kreis Düren“ das aktuelle Niveau der Jugendarbeit stabilisieren mit sicheren Plätze der älteren Jahrgänge in der Mittelrheinliga. Die Senioren sollen so schnell wie möglich den Aufstieg in die Mittelrheinliga schaffen.

Mittelfristig (drei bis fünf Jahre) will der 1. FC Düren ein Jugendleistungszentrum etablieren und die U17 und /oder U19 in die Bundesliga West führen. Und die Senioren sollen mindestens in der Regionalliga spielen.

Doch wie kam es zu diesen Überlegungen?

Landrat Wolfgang Spelthahn hat sich nach eigenen Worten im Sommer Gedanken über die Stagnation im Kreisdürener Fußball gemacht, zumal beispielsweise die Mittelrheinligisten Borussia Freialdenhoven und Viktoria Arnoldsweiler keine Ambitionen haben, in die Regionalliga aufzusteigen. Und weil im Fußballkreis Düren die Jugendabteilung des FC Düren-Niederau mit ihren rund 300 Kickern aus 38 Nationen die sportlich erfolgreichste ist, sprach er wegen dieses Fundamentes die Verantwortlichen des FCN auf die Neugründung eines Fußballvereins an.

Wolfgang Spelthahn: „In Düren ist viel zu lange geredet worden. Es wurde jetzt Zeit, eine Vision zu entwickeln, um den Fußball in Stadt und Kreis in Richtung Profi-Fußball zu entwickeln.“ Und in den Vertretern des FCN fand er Mitstreiter, die einen neuen Verein gründen wollen: „Eine Fusion von Alt-Vereinen kam aus rechtlichen Gründen und wegen emotionaler Belastungen nicht in Frage. Wir können nur über eine von der Vergangenheit unbelastete Vereinsneugründung die Ressourcen und Kompetenzen bündeln“, sagten Wolfgang Spelthahn und die Niederauer Vertreter.

Alle betonten auch, dass der neue Verein kein anderer Name für den Niederauer Fußball sei, sondern dass der 1. FC Düren allen anderen Fußballabteilungen in der Stadt offen stehe. Der neue Verein solle schließlich die Keimzelle für leistungsstarken Fußball sein.

Gespielt werden soll zunächst auch auf neutralem Sportplatz – auf dem der Kaufmännischen Schulen an der Euskirchener Straße in Düren, später bei einem Aufstieg in die Regionalliga auf der Westkampfbahn: „Sie wird dann allen Anforderungen entsprechen, die der Fußballverband verlangt“, sagte Spelthahn.

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