Nörvenich - Der Landarzt als Sicherheit für eine alternde Gesellschaft

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Der Landarzt als Sicherheit für eine alternde Gesellschaft

Von: Jörg Abels
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Minister Karl-Josef Laumann auf Wahlkampftour in Nörvenich - begrüßt von Josef Wirtz (r.), Rolf Seel (l.) und Thomas Rachel. Foto: Abels

Nörvenich. Ein Hausarztproblem hat die Gemeinde Nörvenich nicht, noch nicht - wie so viele Kommunen im ländlichen Raum. Noch gibt es genügend Mediziner, aber mit einem Durchschnittsalter von über 60 Jahren gibt es Nachwuchsnöte.

„Die Sorge in der Bevölkerung ist groß, dass es schwer wird, junge Ärzte in die Region zu holen”, betonte Bürgermeister Hans Jürgen Schüller am bei der Begrüßung eines „Kompetenz-Schwergewichts” in Sachen Gesundheitspolitik.

Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, war in die Neffeltalhalle gekommen, um die CDU-Landtagskandidaten Josef Wirtz und Rolf Seel zu unterstützen, und um seine Vorstellung zur Zukunft der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu erläutern.

Und Laumann pflichtete Schüller bei: „Wir müssen dafür sorgen, dass der Weg in die Zweiklassenmedizin gestoppt wird”, sprach er nicht nur die bestehende Diskrepanz zwischen gesetzlichen und privater Krankenversicherung an, sondern auch die wachsenden Unterschiede zwischen der Versorgung in der Stadt und auf dem Land. „Ein Drittel der Landärzte in NRW geht in den nächsten zehn Jahren in Rente”, verdeutlichte Laumann den akuten Handlungsbedarf, denn zehn Jahre dauere auch die Ausbildung neuer Ärzte.

Was muss geschehen? An den Unis müssten die fehlenden Professuren für Allgemeinmediziner schnellstmöglich besetzt werden, und der Numerus Clausus im Fach Medizin wegfallen, damit auch die Jugendlichen studieren können, „die auf Medizin am Menschen brennen und sich vorstellen können, eine Landarztpraxis zu übernehmen”, forderte der Minister. Laumann nahm die Kommunalpolitiker in die Pflicht, über Ärztehäuser den Weg für Gemeinschaftspraxen freizuräumen und er will die Bezahlung überdenken. „Ärzte, die bereit sind, aufs Land zu gehen, brauchen andere Budgets als Stadtärzte, weil sie weniger Privatversicherte betreuen”, machte der Minister zum Beispiel deutlich, dass ein Hausarzt für einen Hausbesuch nicht weniger bekommen dürfe als ein Pflegedienst.

Die Zukunft das Landarztmodells sei auch eine Frage der Sicherheit einer immer älter werdenden Bevölkerung. Das System brauche den Hausarzt, der auch den 90-Jährigen noch besucht und ihm damit ein möglichst langes eigenverantwortliches Leben ohne Pflegeheim ermöglicht. Worte, die neben Nörvenichs Bürgermeister Schüller rund 200 Besucher aufmerksam verfolgten, in der Hoffnung, dass Laumann seine Vorstellungen nach dem 9. Mai auch umsetzen kann.
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