Der Kreis Düren übernimmt drei Nörvenicher Kitas

Von: Stephan Johnen
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Im Gebäude der ehemaligen Hauptschule soll eine Kita eingerichtet werden. Pläne, dort beispielsweise auch Betreutes Wohnen zu ermöglichen, seien noch nicht vom Tisch, sagte Bürgermeister Timo Czech. Foto: Johnen

Nörvenich/Kreis Düren. Es ist eine Premiere: Ab dem 1. August übernimmt der Kreis Düren die Trägerschaft für drei Kindergärten. Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und Nörvenichs Bürgermeister Dr. Timo Czech (CDU) haben am späten Freitagnachmittag die Mitarbeiter der drei gemeindlichen Kitas im Rathaus über die geplante Veränderung informiert.

Die Gemeinde hatte den Kreis Düren gebeten, die Kitas in Frauwüllesheim, Wissersheim und Rath zu betreiben. Welche Rechtsform der Kreis für seine Trägerschaft wählt, werde derzeit noch geprüft.

„Vereinfachung von Abläufen“

Für die 20 Beschäftigten der Kitas soll sich mit dem Trägerwechsel nichts ändern. „Unter Besitzstandswahrung können alle Mitarbeiter wechseln – oder bei der Gemeinde bleiben“, sagte Wolfgang Spelthahn. Die Zeiten bei der Gemeinde sollen angerechnet werden. „Es ist politischer Wille, die Abläufe zu vereinfachen und den Service für Eltern und Kinder zu erhöhen“, erklärte Czech. Die Gemeinde war bislang Trägerin von drei der sieben Kitas im Gemeindegebiet. Für diese drei Einrichtungen ist ab Sommer der Kreis der direkte Ansprechpartner.

Auf der Suche nach einem Platz hätten sich Eltern angesichts der angespannten Lage in der Vergangenheit schon einmal von Kita zu Kita geschickt gefühlt, „um letztlich beim Kreis zu landen, der den Rechtsanspruch auf einen Platz umsetzen muss“, schildert Czech. „Wir wissen, dass zum 1. August die Kitas im Gemeindegebiet überlastet sein werden, wir benötigen drei zusätzliche Gruppen“, berichtet der Bürgermeister. Daher habe die Gemeinde früh den Kontakt zum Kreis gesucht.

Die Kostensituation sei nicht ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, sagte Czech. Die Gemeinde wird weiterhin den Trägeranteil bezahlen und diesen an den Kreis überweisen, die übrigen Betriebskosten trägt das Land. Die Gemeinde bleibt auch Eigentümerin der Gebäude in Frauwüllesheim und Wissersheim und überlässt diese dem Kreis mietfrei. Das Mietverhältnis für das Gebäude in Rath übernimmt der Kreis. Vertreter der Gemeinde sollen in einem Beirat weiterhin mitwirken.

Um dem weiteren Bedarf nach Kitaplätzen Rechnung zu tragen, will die Kreisverwaltung im Gebäude der Nörvenicher Hauptschule eine neue, bis zu fünfgruppige Kita einrichten. „Wir prüfen ebenfalls, ob wir Bundeswehrangehörigen vom Fliegerhorst ein Kontingent anbieten können“, sagte Wolfgang Spelthahn. Er rechnet mit bis zu zehn Plätzen. Der Kreis knüpfe damit an die Familieninitiative des Verteidigungsministeriums an.

Effizienter arbeiten

Die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen soll das Gebäude für die neue Nutzung umbauen. Beabsichtigt ist auch, dass die gemeinnützige Dürener Gesellschaft für Arbeitsförderung die Lehrküche wieder in Betrieb nimmt. Die Auszubildenden könnten Mahlzeiten für die Kitas und öffentliche Einrichtungen zubereiten. Das Schulgebäude sei groß genug, um auch andere Pläne wie Betreutes Wohnen zu realisieren, fügte Czech hinzu.

Generell soll der Weg zu einem Kitaplatz für Eltern im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes vereinfacht werden. Die Kreisverwaltung prüft die Anschaffung einer Software, die trägerübergreifend Eltern mit wenigen Klicks einen freien Platz aufzeigt. „Die große Trägervielfalt soll erhalten bleiben“, betonte Spelthahn. Allen Unkenrufen und Prognosen zum Trotz wachse die Bevölkerung, seien Grundstücke in Neubaugebieten heiß begehrt. „Es ist sinnvoll, aus einem Guss zu planen und zu arbeiten“, bietet er allen Kommunen an, dass der Kreis zusätzliche Kitas baut und betreibt – oder Einrichtungen auf Wunsch übernimmt. Dies müsse individuell betrachtet werden.

In größeren Verbänden könne von der Vertretung im Krankheitsfall über die Organisation von Fortbildungen bis hin zum gemeinsamen Gebäudemanagement effizienter gearbeitet werden, ist Spelthahn überzeugt. Jede neue Kita müsse zudem multifunktional geplant werden, um auf eventuell wieder sinkende Nachfrage an Kitaplätzen auch reagieren zu können.

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