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Der Kreis Düren baut den Rettungsdienst aus

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Im Kreis Düren wird der Rettungsdienst ausgebaut. Langfristig werden mehr Fahrzeuge und Personal benötigt, stellte das Gutachten eines Bonner Fachbüros fest. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Im Notfall kommt der Rettungswagen – und im Ernstfall zählt jede Minute. Daher ist auch geregelt, wie lange der Rettungswagen bis zum Eintreffen maximal benötigen darf: In mindestens 90 Prozent aller Fälle maximal acht Minuten im städtischen und zwölf Minuten im ländlichen Raum.

Die zum Teil weiten Anfahrtswege im über 940 Quadratkilometer großen Kreis Düren und die steigenden Einsatzzahlen machen es den Rettern nicht unbedingt leichter, diese Vorgabe immer zu erreichen. Im nordöstlichen Kreisgebiet im Bereich der Gemeinde Titz, in der Gemeinde Niederzier und in der Stadt Heimbach im südlichen Kreisgebiet gibt es einem Gutachten zufolge, das unserer Zeitung vorliegt, Verbesserungsbedarf.

„Die sogenannten Hilfsfristen sind bisher immer erreicht worden“, betont der zuständige Kreisdezernent Peter Kaptain auf Anfrage. Die medizinische Versorgung der Menschen sei gewährleistet, alle Vorgaben würden eingehalten. Der Kreis ist als Träger des Rettungsdienstes für die Notfallversorgung der rund 260.000 Menschen im Kreisgebiet verantwortlich. Landrat Wolfgang Spelthahn spricht von einem durchschnittlichen Erreichungsgrad von 92 Prozent. Will heißen: In 92 von 100 Notfällen wurde kreisweit der Zeitrahmen eingehalten. Das Gutachten des Bonner Planungsbüros jedoch habe aufgezeigt, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann, damit der Rettungsdienst schneller wird.

So sollen in Huchem-Stammeln, in Düren (westlich der Rur gelegen, Rölsdorf könnte ein idealer Standort sein) und in Heimbach neue Rettungswachen gebaut werden. Die Zahl der Rettungswagen soll von 13 auf 17 erhöht werden. Der Gutachter, der die Einsatzzahlen von 2012/13 zugrunde gelegt und für seine Untersuchungen unter anderem 1500 Kilometer Straßennetz unter die Lupe genommen hat, kommt auch zu dem Ergebnis, dass eine der beiden Jülicher Rettungswachen in Richtung Merscher Höhe verlegt werden muss, um den Nordosten des Kreises besser zu versorgen. Die Trägerschaft beider Wachen, die auch weiterhin von DRK und Malteser Hilfsdienst geführt werden, fällt Anfang April von der Stadt Jülich an den Kreis Düren zurück. Er trägt damit künftig die Verantwortung für neun der elf Wachen, für die beiden anderen ist die Stadt Düren zuständig.

Kreistagssitzung im Februar

In Nideggen soll erstmals ein Notarztwagen stationiert werden. Bisher stehen Notärzte an den Krankenhäusern in Düren, Lendersdorf, Jülich und Linnich bereit. Werden die Ergebnisse des Gutachters, die größtenteils in den Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans eingeflossen sind, vom Kreistag am 25. Februar beschlossen, gibt es künftig elf Rettungswachen und fünf Notarztstandorte im Kreis Düren.

Vorgestellt wurde das Gutachten diese Woche vor Vertretern der Krankenkassen und Krankenhäuser, vor den Bürgermeistern und Kreistagsmitgliedern, vor Vertretern der Hilfsorganisationen und dem Feuerwehrbeirat der Stadt Düren. Entstanden sei das Gutachten, die erste Gesamtanalyse des Rettungswesens im Kreis Düren, in Kooperation mit den Krankenkassen, erklärte Landrat Wolfgang Spelthahn. Diese tragen auch die Kosten für den Rettungsdienst, etwaige Neubauten, Fahrzeuganschaffungen und Personalmehrkosten. „Wir werden die Ergebnisse des Gutachtens mit den Kassen besprechen und die Kostenübernahme klären“, sagte Spelthahn. Über die Höhe der Kosten könne er keine Angaben machen.

Das Gutachten lässt erkennen, dass der Rettungsdienst vor großen Herausforderungen steht: In der Stadt Düren hat sich die Hilfsfrist aufgrund von Neuregelungen von zwölf auf acht Minuten verkürzt. Die Bevölkerungszahl im Kreis schrumpfe zwar, gleichzeitig steige das Einsatzaufkommen, weil Menschen immer älter werden. Statt der zuletzt 31.500 Einsätze rechnet der Gutachter mit 34.750 im Jahr 2020 und 38.900 im Jahr 2030.

Neubau oder Erweiterung?

„Wir werden mit allen Städten und Gemeinden das Gespräch suchen, um Lösungen zu finden“, blickt Dezernent Peter Kaptain auf die Suche nach geeigneten Grundstücken für die neuen Rettungswachen. Da die Erweiterung bestehender Wachen oder der Neubau dauern könne, will der Kreis Provisorien einrichten. Kaptain denkt an Container-Lösungen. Mit der Caritas Trägergesellschaft West und dem Dürener Krankenhaus soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, den Notarztstützpunkt in Nideggen zu besetzen. Ansonsten müsse der Kreis Notärzte einstellen.

Der Kreis steigt in Huchem-Stammeln und Nideggen erstmals ins operative Geschäft ein: Beide Rettungswachen sollen mit eigenem Personal besetzt werden. Die Malteser verlassen Nideggen und betreiben die neue Wache in Heimbach. Die zusätzliche Dürener Wache wird von der Feuerwehr besetzt. Generell soll die „bewährte Zusammenarbeit“ mit dem DRK und dem Malteser Hilfsdienst, die die übrigen Wachen führen, fortgeführt werden. „Die Zukunftsfähigkeit unseres Kreises“ hänge auch von der Qualität des Rettungswesens ab, findet Spelthahn. Egal ob Stadt oder Land: Im Notfall soll schnell Hilfe kommen.

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