Düren - „Der Korsar”: Atemberaubendes Ballett im Haus der Stadt

„Der Korsar”: Atemberaubendes Ballett im Haus der Stadt

Von: niko
Letzte Aktualisierung:
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Die schöne Medora wehrt sich mit dem Messer gegen die Entführung durch Korsar Conrad. Foto: Bellgardt

Düren. Scharf geschossen wurde im Haus der Stadt - mit Pistolen. Ein heftiges Degenduell, Messerattacken, viel Leidenschaft und Energie waren die Zutaten des russischen, klassischen Ballettabends der Sinne. Und die Liebesgeschichte der jungen Medora und des Piraten Conrad.

Flucht, Verrat, Kampf gegen die Gewalt der Natur und eine wundersame Rettung zeugten vom Sieg der Liebe.

Es war eine echte Freude, das Staatliche Akademische Theater für Oper und Ballett Donetsk aus der Ukraine so putzmunter zwei Stunden lang bewundern zu dürfen. Was hier in den Soli dargeboten wurde, war Tanz in höchster Perfektion, und jede Szene bekam tosenden Applaus aus dem Publikum.

Ein riesiges sinfonisches Orchester unter der Leitung von Wassily Wassilenko im Orchestergraben und ein großes „Corps d´étoiles” mit herrlichen Kostümen auf der Bühne erzählten musikalisch und tänzerisch die abenteuerliche Piratengeschichte Lord Byrons „Der Korsar”.

Sie spielt in Griechenland zur Zeit der türkischen Herrschaft. Es vergehen nur wenige Minuten, da ist man schon mitten drin auf dem Sklavenmarkt in Adrianopel. Der Ballettkörper aus Haremsdamen, Eunuchen, Korsaren, Händlern und Seeleuten brachte die Mystik des Orients nach Düren. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus!

Sklavenhändler Isaac Lanquedem (Volodymyr Rassalyuk) verkauft die schöne Medora (Olga Kudria) an den Pascha Said (Myroslav Grabovsky), der sie gerne in seinem Harem aufnehmen will. Doch der große Korsar Conrad (Artem Alifanov) möchte Medora für sich.

Alifanov offenbart in seinem Tanz seine technischen Qualitäten in ausgesprochen sicheren Sprüngen von bewundernswerter Höhe; und auch sein schauspielerisches Talent verdient höchstes Lob.

Olga Kudria ist die ausgesprochen anmutige Medora mit präzisem, klassischem Stilverständnis. Liebenswürdig mit jugendlich-unschuldigem, verspieltem Spitzentanz gelingt ihr die Rolle als Primaballerina.

Spätestens, als sie mit ihrem Conrad endlich allein auf der Bühne ist, spürt man förmlich das Prickeln im Bauch, wenn ein junges Mädchen zum ersten Mal mit seinem Liebsten zusammen ist. Intrigen und Raub würzen die Geschichte temporeich, und am Ende obsiegt doch die Liebe der beiden.

„Der Korsar” war ein toll inszeniertes Ballett mit hervorragenden Tänzern und einer atemberaubende Choreographie. Absolut sehenswert auch für Nicht-Ballett-Fans.
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