Der Kampf um die Indener CDU-Wähler

Von: bugi
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Sie treten bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt am 27. September in Inden gegeneinander an: der parteilose Jörn Langefeld (links.) und SPD-Kandidat Roul Combach. Foto: Guido Jansen

Inden. Wäre der Wähler ein berechenbares Wesen, wäre bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters in Inden alles ganz einfach. Denn dann würden die Stimmen des unterlegenen CDU-Kandidaten Reinhard Marx ganz einfach zum SPD-Kandidaten Roul Combach wandern – und der hätte mit über 50 Prozent der Stimmen gewonnen.

 „Es wäre schön, wenn es so einfach wäre“, sagt Combach. Die CDU regiert zusammen mit der SPD in einer großen Koalition in Inden und hat ihre Wähler inzwischen auch aufgefordert, ihr Kreuz am Sonntag beim Vertreter des Koalitionspartners zu machen.

Combach hatte im ersten Wahlgang 26,5 Prozent der Stimmen eingefahren und hofft, sich mit der Unterstützung der CDU bei der Stichwahl durchzusetzen. Sein größtes Problem: Lag die Wahlbeteiligung vor anderthalb Wochen noch bei guten 57,7 Prozent, rechnet er nun mit einer geringeren Zahl an Wählern. „Man hört in Gesprächen schon heraus, dass viele Bürger nicht noch ein zweites Mal wählen gehen wollen“, erzählt Combach.

Genau die Bürger versucht er zu überzeugen. Combach hat neue Wahlkampfflyer drucken lassen, tummelt sich auf Veranstaltungen in Inden, ist gezielt in einzelnen Ortsteilen unterwegs, um vor allem die CDU-Wähler zu erreichen. Denen sagt er Sätze wie diese: „Der Bürgermeister ist einer von 27 Ratsvertretern. Ein parteiloser Bürgermeister kann also nicht sonderlich viel bewirken.“

Das sieht sein Kontrahent Jörn Langefeld natürlich anders. Der parteilose Rechtsanwalt hat im ersten Wahlgang mit 37,2 Prozent der Stimmen deutlich vorne gelegen. „Ich erschien den Bürgern unter den fünf Kandidaten offenbar als die beste Wahl“, sagt er und hofft, dass er die Stimmen der Bürger bekommt, die zuvor für die anderen freien Kandidaten votiert haben.

Und natürlich baut Langefeld auch auf CDU-Wähler, die ihr Kreuz nicht bei einem SPD-Kandidaten machen wollen. Der ehemalige FDP-Mann sieht sich jetzt als Parteiloser „viel freier in Entscheidungen“. Das sei es offenbar, was beim Wähler ankomme. Langefeld präsentiert sich als Kandidat „mit gesundem Menschenverstand, mit Schwung und Kompetenz“, für den zudem vom Ausgang der Wahl nicht seine Existenz abhänge.

Dass er mal eben neben einem Fulltime-Job den eigenen Wahlkampf organisiert hat, war für ihn Herausforderung und Belastung zugleich: „Das zehrt. Ich habe es aber gerne gemacht. Ich bin aber auch froh, wenn der Wahlkampf am Sonntag vorbei ist.“ Für einen von beiden wird dann die Arbeit allerdings erst richtig anfangen.

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