Der IG-City-Chef hält die Kritik für ungerechtfertigt

Von: inla
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Rainer Guthausen. Foto: inla

Düren. An der Wand hängt eine Urkunde des Verkehrs- und Bauministeriums in Berlin. Platz 1, verliehen an die IG City Düren. Rainer Guthausen sitzt keine zwei Meter von der Urkunde entfernt und zuckt mit den Achseln.

„Unsere Reputation ist nach außen offenbar größer als nach innen.“ Guthausen, 72, ist Chef der IG City, seine Aufgabe ist es, die Interessen von rund 100 Geschäften zu vertreten. Guthausen ist aber auch Organisator des Stadtfestes, seit 38 Jahren. Vergangenes Wochenende hat es wieder stattgefunden, am Montag hat Guthausen in der Zeitung gelesen, dass es nicht nur Lob, sondern auch Kritik gab. Das wurmt ihn, sagt er.

Die Kritik hat der Manager des Dürener Stadtcenters geäußert. Daniel Böttke findet, dass das Programm gestrafft werden und dass es einen richtigen Veranstaltungshöhepunkt geben sollte. Vergangenes Jahr war „Kasalla“, eine mittlerweile erfolgreiche Band im Karneval, in Düren, vor ein paar Jahren Guildo Horn.

Böttke findet außerdem, dass sich in der Stadt zum Beispiel die Dürener Bundesliga-Volleyballer oder die Dürener Bundesliga-Badmintonspieler präsentieren könnten. Fünf Bühnen, wie am Wochenende, sind Böttke überdies zu viel.

Rainer Guthausen hält die Kritik allein deshalb schon für unberechtigt, „weil sich das Stadtcenter mit keinem Cent am Stadtfest beteiligt. Herr Böttke erklärt uns dann, was wir anders machen sollen.“

Guthausen zählt auf, wie viele Stunden ehrenamtliche Kräfte über das Wochenende im Einsatz waren, „einer mehr als 60“, sagt Christdemokrat Guthausen. Er zählt dann auf, wie teuer das Fest sei, alles in allem mehr als 40.000 Euro, die „erst einmal aufgebracht sein wollen“.

Die 100 Mitgliedsgeschäfte der IG City beteiligen sich über ihre Beiträge, außerdem gibt es Sponsoren wie Sparkasse und Stadtwerke. Angesichts des angespannten Etats hat die IG in diesem Jahr darauf verzichtet, den Kaiserplatz über eine Bühne zu bespielen. Vor dem Rathaus gab es nur Gastronomie und Karussells. Damit allein hat die IG City 20.000 Euro gespart.

Einnahmen, die die IG etwa über Pacht der Gastronomen erzielt, reichten gerade mal, um kein großes Defizit einzufahren, sagt Ulf Minartz. Der Geschäftsmann ist bei der IG City für die Finanzen zuständig und könnte sich allein deshalb vorstellen, das Programm etwas abzuspecken. „Das Stadtfest war gut besucht“, sagt er. Aber man könne überlegen, ob es „nicht einen Topact und weniger Bühnen geben kann“.

Ulf Minartz kommt viel herum in der Innenstadt. Er hat an der Kölnstraße ein Baustellenmanagement initiiert. Über das ganze Jahr gibt es Veranstaltungen. Minartz sagt, er hätte nichts dagegen, wenn das Stadtfest „etwas idyllischer wird“. Wenn nächstes Jahr der Marktplatz umgestaltet wird, könnte das gelingen.

Der Platz bekommt ein neues Pflaster, Bäume und Sitzgelegenheiten. Wenn es um Stadtentwicklung geht, entscheidet Rainer Guthausen mit. Der Christdemokrat ist seit Jahrzehnten im Stadtrat und war stellvertretender Bürgermeister. Er hat sich für den Bau des Stadtcenters eingesetzt, weil „es wichtig ist, jungen Menschen ein Angebot zu machen“.

Das Center gehört mit seinen rund 50 Geschäften zu den großen Häusern. Zwischen ihnen und den kleinen Geschäften hat es in der Vergangenheit immer Spannungen gegeben, zum Beispiel, wenn es um Sonderöffnungszeiten am Wochenende oder eben Veranstaltungen ging. Zuletzt sollte das Verhältnis besser geworden sein.

Dass sich sein Haus nicht am Stadtfest beteiligt haben soll, weist Stadtcenter-Manager Böttke von sich. „Wir waren im werblichen Bereich dabei.“

Guthausen würde sich ein Engagement darüber hinaus wünschen. „Das Stadtfest ist ein Fest von Dürenern für Dürener.“ Damit beschreibt er das Konzept, das gerade auf vielen Bühnen Kulturschaffenden die Möglichkeit zur Präsentation geben soll, „vor allem auch Kindern“. Was nutze es, einen Topact zu haben, „und ansonsten ist die Stadt leer“, sagt Guthausen.

In einem Jahr in den 90ern ist Gotthilf Fischer aufgetreten. Ohne seine Chöre. Dafür mit Dürener Unterstützung. „Die Menschen haben aus voller Kehle mitgesungen“, sagt Guthausen. Das könnte „man mal wieder machen“. Sofort schiebt Guthausen nach: „Wenn es finanzierbar ist.“

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