Der Heimbach soll wieder ans Tageslicht

Von: Franz Sistemich
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Heimbach. Einst floss der Heimbach offen durch die Stadt an der Rur. Geländer verhinderten, dass Menschen in das Bächlein fielen. Und über kleine Brücken erreichten die Bewohner ihre Häuser. Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verschwand der Bach unter der Erde. Auf 900 Metern ist er seitdem nicht mehr zu sehen. Schlimmer noch: Er ist ökologisch tot.

Nun will die Stadt den Bach wieder an das Tageslicht holen – zumindest stellenweise. Bürgermeister Peter Cremer und sein Fachbereichsleiter Planen und Bauen, Erich Schmidt, stellten die Überlegungen vor, aus ökologischen und stadtplanerischen Gründen „nicht nur den Heimbachern ihren Bach zurückzugeben, sondern auch aus touristischen Gründen diese Investition in die Zukunft der Stadt zu tätigen“, wie Schmidt sagte.

Die Stadt hatte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die besagt: Es ist möglich. Am Donnerstag kommender Woche werden die Einwohner ab 19 Uhr im Haus des Gastes informiert.

Und ab 2016 soll innerhalb von vier Jahren das Gewässer für einen kleineren siebenstelligen Betrag aus seiner Dunkelheit befreit werden. Konkrete Pläne gebe es natürlich noch nicht, betonten Cremer und Schmidt, aber verschiedene Varianten seien denkbar.

Klar ist: Der Bach wird nicht auf der ganzen Lange wieder hervorgeholt werden können. Es gibt Stellen an der Hengebachstraße, da muss der Bach weiter unter der Straßenkante fließen. Auch weil der Durchgangsverkehr weiter durch Heimbach rollen muss. Doch auch diese Stellen könnten, führten Cremer und Schmidt aus, so gestaltet werden, dass der Bach offen wirkt – beispielsweise mit Panzerglas.

Die Stadtverantwortlichen denken nicht nur daran, den ursprünglichen Bachlauf wiederherzustellen, der aus Hochwasserschutzgründen auf jeden Fall erhalten bleiben muss: „Man könnte auch an der Kunstakademie den alten Mühlengraben in der Teichstraße reaktivieren“, sagten Cremer und Schmidt. Oder im Bereich der Klostermühle den Bach hinter das Hotel führen: Dort befand sich einst das Wasserrad und dort soll auch ursprünglich der Bach geflossen sein.

Die Kosten für die Stadt würden sich in Grenzen halten: 90 Prozent sollen wegen der ökologischen Bedeutung aus EU-Töpfen fließen. Zehn Prozent müsste die Stadt aufbringen. „Das wird eine spannende Angelegenheit“, sagten Cremer und Schmidt zu dem Projekt, den Bach ökologisch aufzuwerten und und die Stadt attraktiver zu gestalten. Der Bürgermeister weiß aber auch: „Die Bedenken werden kommen.“ Und wenn es nur um die Frage geht: „Wie erreiche ich mein Haus?“ Die Antwort: über eine Brücke.

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