Gürzenich - Der Grauschleier ist nur noch Geschichte

Der Grauschleier ist nur noch Geschichte

Von: Christoph Hahn
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Zufrieden mit der Renovierung: Pfarrer Frank-Michael Mertens (links) und Kirchenvorstandsmitglied Erich Merken freuen sich über den neuen Glanz im Gürzenicher Gotteshaus. Foto: Christoph Hahn

Gürzenich. Immer wieder schauen Pfarrer Frank-Michael Mertens und Kirchenvorstandsmitglied Erich Merken zur Decke und auf die Wände der Gürzenicher Pfarrkirche St. Johannes Evangelist.

„Der Grauschleier ist weg”, sagen sie dann erfreut und meinen damit die triste Grundfarbe von einst, die nun einem strahlendem, mit roten Elementen kombiniertem Weiß gewichen ist. Auch sonst erstrahlt das Gotteshaus an der Schillingsstraße in neuem Glanz. Wie sehr - das können Besucher spätestens am Sonntag sehen. Dann nämlich wird St. Johannes mit einem feierlichen Gottesdienst um 10 Uhr von der Gemeinde wieder in Besitz genommen.

Rund 150 000 Euro hat sich die Pfarre die Renovierung kosten lassen, deren augenfälligster Effekt das neue Aussehen des Kirchenraumes ist. Freilich bleibt es nicht beim gleißenden Weiß: Unter anderem wurde auch das Taufbecken vor der Statue des Pfarrpatrons von der sorgsamen Hand einer Handwerkerin wieder aufgefrischt. Das Gold des Rankenwerks auf dem Rand, einfach alles - auch da glänzt und blitzt es in der Kirche. Lichtvolles tut sich dort aber nicht nur dank der kundigen Maler und Anstreicher: Während die Gemeinde teils in der alten Kapelle, teils im benachbarten Rölsdorf ihre Gottesdienste gefeiert hat, waren auch die Elektriker am Werk. An der Decke hängen jetzt verschiedene neue Lampen. Welches Modell in den kommenden Monaten dauerhaft installiert werden soll, wird in der nächsten Zeit entschieden.

Damit freilich hat sich das Renovierungsprojekt noch immer nicht erschöpft. Aus dem alten Altar (der gegenwärtig benutzte stammt von 1997) wurden mehrere Marmorblöcke gesägt. Ein Teil von ihnen dient nun als säulenförmiger Unterbau des Tabernakel. Aus einem weiteren Teil wurde das Lesepult neben dem Altar geformt, von dem aus bei der Messe die Lesungen vorgetragen werden. Besser als zuvor geht es nach der rund halbjährigen Schließungsphase der Orgel: Alle Pfeifen wurden in dieser Zeit ausgebaut und gründlich gereinigt.

Die Renovierung des Gotteshauses an der Schillingsstraße haben die Verantwortlichen bewusst in dieses Jahr gelegt: 2010 wird es 150 Jahre her sein, dass die Kirche die feierliche Wehe erhalten hat. Doch schon 2009 wollen Pfarrer Mertens und die seiner Seelsorge anvertrauten Christen nicht mit festlichen Akzenten sparen: Am Sonntag gibt es einen großen Einzug, auch an Weihrauch soll nicht gespart werden.

Dass St. Johannes Evangelist dabei quasi überkonfessionellen Respekt genießt, freut Frank-Michael Mertens besonders: „Ob Evangelische, Orthodoxe oder Katholiken - alle sagen: Das ist unsere Kirche.” Und noch etwas: „Die Gemeinschaft stimmt.” Denn mit ihrer Pflege der sakralen Musik und einem reichen sozialen Leben ist die Gürzenicher Kirche seit fast 150 Jahren schon seit langer Zeit das Herz des Ortes.
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