Der Erste Weltkrieg ist 2014 auch in Düren ein Thema

Von: mv
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Mit Vorbereitungen befasst: Dr. Renate Goldmann, Dr. Thomas Schleper, Dr. Erhard Knauer, Wolfgang Wegener, Professor Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Eusebius Wirdeier (v.l.). Foto: Margret Vallot

Düren. Der Landschaftsverband Rheinland hat Großes vor, und zwar in Düren. Anlass ist, dass sich im nächsten Jahr der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Male jährt. Daran wird im kommenden Jahr im Leopold-Hoesch-Museum und im berühmten Haus 5 der Landeskliniken in der Dürener Meckerstraße erinnert. In Haus 10 treffen sich zur Vorbereitung schon jetzt regelmäßig Wissenschaftler und die Dürener Museumschefin, Dr. Renate Goldmann.

„Moderne. Weltkrieg. Irrenhaus. Brüche in der Psychiatrie 1900-1930“ lautet der Titel der beiden Präsentationen, die recht anspruchsvoll sein werden. Dieser Tage äußerten sich die Verantwortlichen zum Stand der Vorbereitungen und zu dem, was auf die Dürener zukommt.

In Düren wird man sich auf die Zeit konzentrieren, in der alles auf den Weltkrieg zulief. Diese Zeit wird als atemlos und überhitzt geschildert. Man tanzte Tango, oft hinter verschlossenen Türen, weil die Polizei den „sittenwidrigen“ Modetanz verboten hatte. In den Städten gab es ein neues Verkehrsmittel: die Elektrische. Neue illustrierte Zeitschriften brachten die weite Welt ins Haus. Es gab eine Aufbruchstimmung in Medizin, Technik und Wissenschaft. Alle Welt war hypernervös, Wohlhabende rissen sich um Analyse-Stunden bei Sigmund Freud. Musik, Kunst, Literatur und Architektur schienen zu explodieren.

Hektisch, überhitzt, überdreht, unübersichtlich, aggressiv und gebrochen, stets Grenzen überschreitend . . . so wird die Grundstimmung jener Zeit beschrieben. Damals sammelte ein Kunsthistoriker und Psychiater Arbeiten von psychisch kranken Menschen. Hans Prinzhorn wurden unter anderem Werke von insgesamt elf Männern geschickt, die in Düren im Bewahrungshaus (später Haus 5) als „irre Verbrecher“ leben mussten. Die elf Konvolute werden im kommenden Jahr erstmals nach Düren zurückkommen und im Hoesch-Museum ausgestellt. Dazu auch Werker „echter“ Künstler jener Zeit.

Von besonderem Interesse dürfte allerdings sein, was anlässlich des Jubiläums in Haus 5, dem heutigen Psychiatriegeschichtlichen Dokumentationszentrum (PDZ), zu sehen sein wird. Das Gebäude ist aus bauhistorischer Sicht sehenswert, innen wird man ab Mai 2014 mittels Fotos, Objekten und Installationen einen wichtigen Abschnitt der Geschichte der Psychiatrie kennenlernen. Baugeschichte und Psychiatriegeschichte 1900 bis 1930 werden Thema sein. Über Therapieformen von damals und über die meist brachialen Behandlungsmethoden wird man sich informieren können.

Beteiligt an dem Großprojekt ist auch die Bodendenkmalpflege. Sie wird versuchen, Interessierten den alten Zeppelin-Luftschiffhafen am Ostfriedhof in Düren vor Augen zu führen.

Die beiden Ausstellungen im Leopold-Hoesch-Museum und im Haus 5 der Landeskliniken in der Meckerstraße werden zu sehen sein vom 1. Mai bis zum 6. August 2014. Die Verantwortlichen würden sich freuen, wenn in Schulen bereits jetzt das Thema „Erster Weltkrieg“ aufgegriffen und wenn auf die Ausstellungen hingearbeitet würde.

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