Der erste Schultag: Freude, Aufregung und ein paar Tränen

Von: Sarah Maria Berners
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Karl-Heinz Jansen, Schulleiter der Paul-Gerhardt-Schule. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Die Schultüte in der Hand, die große Tasche auf den Schultern, die neuen Räume, die vielen anderen Gesichter der Klassenkameraden und Lehrer – „die Einschulung ist für die Kinder ein ganz besonderer Tag. Sei ist ein großer Schritt, der mit Aufregung, Spannung und manchmal auch ein wenig Unsicherheit verbunden ist“, weiß Karl-Heinz Jansen, der Schulleiter der Paul-Gerhardt-Schule im Dürener Südosten.

Schließlich bedeute der erste Schultag auch ein weiteres Abnabeln von den Eltern. Wenn es mit den Lehrern in die Klasse geht, blicken die meisten Kinder noch einmal zurück, erwarten einen Mut machenden Blick von Mama oder Papa, bevor sie weitergehen. Manchmal fließen ein paar kleine Tränchen, andere Kinder schreiten mutig voran.

„Manchmal ist der erste Schultag für die Eltern schwieriger als für die Kinder“, weiß Karl-Heinz Jansen. Nicht allen Eltern falle es leicht, ihr Kind als i-Dötzchen loszulassen. „Manchmal überträgt sich diese Unsicherheit auf die Kinder“, erklärt der Schulleiter. Generell sei der erste Schultag für Kinder und Eltern aber ein besonders schöner und fröhlicher Tag. Meistens seien die Kinder stolz, endlich ein Schulkind zu sein.

„Schwer fällt der Abnabelungsprozess vor allem den Kindern, die vorher keinen Kindergarten besucht haben“, weiß Karl-Heinz Jansen aus Erfahrung. Etwa 20 Prozent seiner Schüler hätten vorher keine Kita besucht. Es gebe vielfältige kulturelle und religiöse Gründe für die Eltern, sich gegen eine Kita zu entscheiden.

„Ich halte es aber für sehr wichtig, dass Kinder in eine Kita gehen. Dort lernen sie Dinge, die sie, wenn sie mit sechs Jahren in die Schule kommen, so leicht nicht mehr aufholen“, weiß der Pädagoge. Knapp 900 Jungen und Mädchen sind am Donnerstag allein an den 19 Dürener Grundschulen eingeschult worden.

Die i-Dötzchen sind aber nicht die Einzigen, die dieser Woche gespannt entgegengefiebert haben: „Man mag es zwar nicht glauben, aber in der Grundschule ist es tatsächlich noch so: Nach den Ferien freuen sich die meisten Kinder, dass die Schule wieder losgeht“, erzählt Karl-Heinz Jansen. Vor allem die Erstklässler des vergangenen Jahres freuen sich, denn schließlich gehören sie seit dieser Woche zu den Großen.

Gewusel auf den Fluren

An den ersten Schultagen gehe es auf den Fluren und in den Klassen immer „sehr wuselig“ zu. Die Lehrer, die für die Kinder zu wichtigen Bezugspersonen geworden sind, werden gedrückt und umarmt. Es gibt viel zu erzählen. „Was die Kinder über die Ferien allerdings manchmal ein wenig vergessen haben, sind ‚ein paar kleine Regeln‘“, sagt der Rektor der Paul-Gerhardt-Schule augenzwinkernd. Gesprächsregeln zum Beispiel: Wie war das noch einmal mit Zwischenrufen und Lautsein? „Es dauert ein paar Tage, bis sich alles wieder eingespielt hat“, weiß der Schulleiter.

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