Düttling - Der erste Schritt zur begehrten Holzkohle

Der erste Schritt zur begehrten Holzkohle

Von: Beate Weiler-Pranter
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Mit einem Schieber holt Markus Linden die „Köhlerbraten” aus der Glut. War der Braten früher nur in Pergament gewickelt, wird das Schweinefleisch heute aus hygienischen Gründen in Alufolie verpackt und dann mit einer dicken Schicht aus Zeitungspapier verschnürt. So bleibt das Fleisch während des mehrstündigen Garens in der Glut aromatisch und saftig. Foto: Weiler-Pranter

Düttling. Prominente, Politiker und Sportler waren Feuer und Flamme: In einem gut sechs Kilometer langen Staffellauf trugen 20 Läufer eine brennende Fackel aus einem griechischen Restaurant in Mechernich nach Heimbach.

Mit diesem Feuer entzündete NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg den zweiten historischen Holzkohlemeiler in Düttling.

Per Parabolspiegel war das „Lauffeuer” entfacht worden. Silke Rottenberg, frühere Torhüterin der Frauenfußball-Nationalmannschaft, übernahm als Erste die Stafette. Sie war eine der Wenigen, die die gesamte Strecke mitlief und meinte vergnügt: „Es hat einfach Spaß gemacht. Manchmal haben wir uns gegenseitig die Berge hochgezogen!”

Unter den Klängen des Heimbacher Tambourcorps erreichten die Läufer - darunter Josef Mangold, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Kommern, sowie die Bürgermeister der Städte Schleiden, Mechernich und Heimbach - das Meilergelände. Allen voran Henning Walter, Leiter des Nationalpark-Forstamts Eifel, der die Fackel an Uhlenberg übergab.

Der NRW-Minister erinnerte daran, dass das Bild der Eifel im 18. Jahrhundert durch unzählige Holzkohlemeiler geprägt war, erwähnte die vielen Kohlewege im Wald, auf denen früher die fertige Holzkohle zu den Hüttenwerken der Eisenindustrie transportiert wurde und bedankte sich bei Initiator Gerd Linden, dass er das „Kulturgut” der traditionellen Köhlerei bewahre. „Sie ist Teil unserer großen Waldgeschichte.”

Danach entfachte Uhlenberg in 2,80 Meter Höhe das kleine Holzfeuer, dessen Glut er anschließend in den 40 Zentimeter breiten Schacht - die so genannte „Fülle” - schaufelte. Hans Donks, der Heimbacher Pastor, hatte zuvor den Meiler eingesegnet.

Während erste Rauchschwaden durch die sonnendurchflutete Waldlichtung zogen, erklärte Michael Lammertz vom Nationalpark Forstamt Eifel den Gästen fachkundig die einzelnen Arbeitsschritte des Anzündens. Denn um die gewaltige Menge von 100 kunstvoll gestapelten Raummetern Buchenholz zu „verkohlen”, braucht das Meiler-Team Fachwissen, Geduld und Ausdauer: Für Gerd Linden und seine „Köhlerbuben” - Markus Linden, Daniel Linden und Frank Kelleners - hat mit dem Anzünden des Meilers eine anstrengende Zeit begonnen. In 16-Stunden-Schichten, für die sie sich extra Urlaub genommen haben, betreuen jeweils zwei Köhler den qualmenden Meiler. Selbst in der Nacht müssen sie alle zwei Stunden überprüfen, ob der Meiler nicht unkontrolliert durchbrennt. Sonst bleibt statt der erhofften hochwertigen Holzkohle nur ein riesiger Haufen Asche!

Unter den Gästen auch eins der drei Brautpaare, die sich in der urigen Meiler-Atmosphäre das Ja-Wort geben. „Seit 2004 arbeite ich als Waldführer im Nationalpark,” erzählte Adi Schleibach, „und als ich von der Möglichkeit hörte, hier zu heiraten, habe ich meiner Verlobten Elisabeth einen Heiratsantrag gemacht. Deshalb wollten wir heute unbedingt beim Entzünden des Kohlemeilers dabei sein.”

Noch vom Meiler herab stimmten Michael Lammertz und Heimbachs Bürgermeister Bert Züll auf die Aktivitäten rund um das rauchende Rund ein. So finden am 30. Mai und 3. Juni weitere Meilerfeste statt mit Holzrück-Vorführungen und Greifvogelflugschau. Am Europäischen Tag der Parke (30.5.) kann zudem die Düttlinger Wildniswerkstatt besichtigt werden. Und am 29. Mai heizt die Rockband „Wibbelstetz” die Stimmung am glühenden Meiler an.
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