Der Christbaum zieht mit nach Morschenich-Neu

Von: Stephan Johnen
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Das neue Haus ist fast fertig: Christiane, Jan-Luca, Daniel und Emilia Kaiser (von links) freuen sich, dass sie Ende des Jahres umziehen können. „Damit beginnt ein neues Kapitel in unserem Leben“, sagen sie. Foto: Johnen
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Entlang der Baustraßen in Morschenich-Neu ist noch viel Platz. Doch bald wird an jeder Ecke des Areals rege Bautätigkeit herrschen. Foto: Johnen

Morschenich-Neu. Heiligabend wird Familie Kaiser noch in Morschenich feiern, im alten Haus. Doch noch während der Weihnachtsfeiertage wandert der Tannenbaum in einen Umzugskarton, um in Morschenich-Neu möglichst in einem Stück wieder aufgestellt zu werden, im neuen Haus.

Am 17. Dezember ist die Schlüsselübergabe für den Neubau, spätestens bis Ende Januar möchte die vierköpfige Familie die Umsiedlung abgeschlossen haben. Das Abschiednehmen von der alten Heimat, die dem Braunkohlebagger weichen muss, hat schon begonnen. Die Kaisers gehören zu den ersten Umsiedlern, die in Morschenich-Neu mit dem Bau begonnen haben – und beim Bauherrenfest von ihren Erfahrungen berichten konnten.

RWE Power und die Gemeinde hatten zu diesem Fest auf den neuen Dorfplatz, der ebenfalls noch auf eine Vollendung wartet, eingeladen. Etwa 80 Prozent der 130 Baugrundstücke sind bereits an Interessenten vergeben. Morschenich-Neu wird in naher Zukunft zur Großbaustelle. „Ich bin überrascht, wie schnell das hier geht“, sagte Bürgermeister Peter Harzheim, der zwei Wochen lang das Gelände nicht gesehen hatte. Die Fortschritte seien „gewaltig“.

„Mit dem Umzug beginnt ein neues Kapitel in unserem Leben“, sagt Familienvater Daniel Kaiser (34). „Ich blicke mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf unseren Umzug“, fügt seine Ehefrau Christiane hinzu. Beide sind in Morschenich groß geworden, haben vor elf Jahren dort ein Haus gekauft, die Familien leben ebenfalls im Ort. Dennoch haben sie sich dazu entschlossen, so früh wie möglich in Morschenich-Neu das neue Kapitel aufzuschlagen. „Unser Sohn geht nächstes Jahr auf die Schule, die Kleine kommt in den Kindergarten. Wir möchten, dass das neue Haus der Mittel- und Ruhepunkt im Leben der Kinder wird“, erklärt Christiane Kaiser. Die jungen Eltern haben durchaus Verständnis dafür, dass sich Mitglieder der älteren Generationen noch etwas Zeit lassen, dass sie möglichst lange in Morschenich leben möchten. Leicht falle das Abschiednehmen wohl niemandem.

Ihnen geht es mit dem Neubau des Hauses in Morschenich-Neu so, wie es vermutlich der Generation ihrer Eltern in Morschenich gegangen ist: „Wir haben viel Zeit und Herzblut in die Planung gesteckt. Dieses Haus ist komplett nach unseren Vorstellungen entstanden“, sagt Daniel Kaiser. So erklärt sich auch das lachende Auge mit Blick auf die Umsiedlung: Neben dem Abschiednehmen gibt es auch Vorfreude darauf, die neuen eigenen vier Wände in Beschlag zu nehmen und mit Leben zu füllen. „Wir verlassen die alte Heimat, um etwas Neues aufzubauen“, sagt Daniel Kaiser. Gerne hätten sie schon etwas früher mit dem Bau begonnen.

Sohn Jan-Luca und Tochter Emilia jedenfalls sind derzeit beinahe täglich Gäste an der Baustelle – und bei Erdarbeiten schon echte Profis. Es ist schon beschlossene Sache, dass für Jan-Luca, der mit Leib und Seele gärtnert, Hochbeete im neuen Garten angelegt werden. Im kommenden Jahr soll dann erstmals Gemüse in Morschenich-Neu geerntet werden.

Die Kaisers werden auch neue Nachbarn bekommen – es sind jedoch Menschen, die die Familie bereits seit Jahren aus Morschenich kennt. „Es wird alles neu zusammengewürfelt“, erklärt der Familienvater. Solange noch Familienmitglieder in Morschenich leben, werden die Kaisers wohl regelmäßig in die alte Heimat fahren. Doch eines wissen die Eltern schon heute: Wenn der Ort immer mehr zum Geisterort wird und die Bagger anrücken, wollen sie auf keinen Fall „zum Gucken“ hinfahren. „Wir würden Morschenich sehr gerne so in Erinnerung behalten, wie wir es unser Leben lang kannten“, sagen Daniel und Christiane Kaiser.

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